Andachten

Wie schlimm ist ein falsches Bild von Gott?

und sage zu denen, die aus ihrem eigenen Herzen weissagen: Hört das Wort des HERRN! So spricht der Herr, HERR: Wehe den törichten Propheten, die ihrem eigenen Geist nachgehen und dem, was sie nicht gesehen haben. […] Sie schauen Nichtiges und Lügenwahrsagung, die da sagen: „Ausspruch des Herrn“, obwohl der Herr sie nicht gesandt hat; und dabei erwarten sie, dass er ihr Wort eintreffen lässt.
Hesekiel 13,2b-3 und 6

Wie schlimm ist ein falsches Bild von dem wer Gott ist und wie er handelt? Hat es überhaupt eine Bedeutung, wie ich von Gott denke, wie ich darüber denke, wie er handelt, liebt, hasst, ist, rettet? Kann nicht jeder einfach behaupten was er möchte und können wir „nicht einfach alle Freunde“ sein?

Regelmäßig, wenn Christen sich uneins sind, sagen sie in Diskussionen Dinge wie: „Gott sagt in seinem Wort“ oder „die Bibel sagt ganz klar“… Wer kennt diese Situation nicht? Auffällig ist dabei, wie selten bei diesen Gelegenheiten (richtig) aus der Bibel zitiert wird (von einer sauberen Auslegung ganz zu schweigen!). Viel bequemer für uns Menschen ist es doch, einfach etwas über Gott zu behaupten. Einfach das sagen, was wir über Gott denken. Das stundenlange Studieren des Wortes Gottes, das intensive Suchen nach Antworten, die Annahme von Belehrung durch andere Menschen – all das ist auf einmal nicht mehr nötig.

Was ist das Problem bei dieser Haltung? Das Problem ist, das diese Menschen den törichten Propheten zur Zeit Hesekiels gleichen. Sie suchten nicht nach Gottes Wort in den Schriften, die sie bereits hatten, nein, sie folgten einfach ihren eigenen Gedanken. Damit nicht genug, erfanden sie sogar noch Lügen über Gott und sein Handeln und – und nun kommt das Traurigste an der ganzen Sache – sie merkten es noch nicht einmal! Sie erwarten, dass Gott ihren falschen, lügenhaften Reden entspricht! Gott soll so handeln, wie sie es sich vorstellen?! Das Gott sein Wesen und Handeln selbst offenbart und in beidem völlig unabhängig vom Menschen ist interessiert einen solchen Menschen nicht. Für ihn zählt nur seine eigene Meinung.

Den Propheten zu Hesekiels Zeit versprach Gott den Tod (13,11.14), damit das Volk erkannte, dass er der Herr ist. Gott wird sich seine Ehre nicht durch lügenhafte Rede über ihn nehmen lassen, denn über kaum etwas wacht er so eifersüchtig wie über seiner Ehre!

Ist es relevant, was wir über Gott denken und sagen? Ja! Wenn du Dinge über Gott behauptest, die nicht wahr sind und sein Wesen in seiner ganzen Herrlichkeit beschneiden (d.h. wenn du dich nicht an die wirklichen Aussagen der Bibel hältst), dann hast du ein echtes Problem. Ein falsches Gottesbild hat immer Konsequenzen. Du wirst unbelehrbar, im Bibelstudium faul, in der Freude an Gott lau, Frieden in ihm kennst du nicht. Dennoch meinst du, Gott müsse so sein, wie du ihn beschreibst und haben möchtest. Doch das wird nicht geschehen. Diese Haltung wird dir sehr viel Schmerz und Unzufriedenheit einbringen und vielleicht auch Gottes persönliches Gericht.

Gott ist anders als du denkst. Sei nicht töricht und höre auf Dinge, in die Bibel hineinzulegen, die die Bibel nicht sagt. Bedenken wir die Dringlichkeit dieser Dinge. Es gilt, Gottes Wort genau zu erforschen. Es gilt, Weisung von Menschen darüber anzunehmen, die weiter sind als wir. Und es gilt, sich neu ganz dem Studium des Wortes Gottes zu widmen, damit wir nicht demselben Trugschluss verfallen wie die Propheten zur Zeit Hesekiels und meinen, Gott müsse so handeln und sein, wie wir uns das vorstellen.