Andachten

Gott hält sein Versprechen

„Und im ersten Jahr des Kyrus, des Königs von Persien, erweckte der Herr, damit das Wort des Herrn aus dem Mund Jeremias erfüllt würde, den Geist des Kyrus, des Königs von Persien, dass er durch sein ganzes Reich einen Ruf ergehen ließ, und zwar auch schriftlich: So spricht Kyrus, der König von Persien: Alle Königreiche der Erde hat der Herr, der Gott des Himmels, mir gegeben. Nun hat er selbst mir den Auftrag gegeben, ihm in Jerusalem, das in Juda ist, ein Haus zu bauen.“ (Esra 1,1.2)

70 Jahre im Exil in einem fremden Land. 70 Jahre kein Opferdienst im Tempel. 70 Jahre in denen Jerusalem ohne Mauern und das Land Israel brachlag, damit das Land seine Sabbate ersetzt bekam (vgl. 2.Chr 36,21). Kurz nach der Wegführung durch Nebukadnezar bestand vielleicht noch Hoffnung auf eine baldige Rückkehr nach Israel, durch die Verkündigung falscher Propheten, doch nun waren schon 70 Jahre vergangen, in denen sie an den Strömen Babels, saßen und weinten, wenn [sie] an Zion dachten (Ps 137,1). Zu verheerend schien das Unheil, das das Volk getroffen hatte, sodass jede Hoffnung, je wieder in die Heimat zurückzukehren, mehr und mehr dahinschwand.

Doch mitten in die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit greift Gott ein! So, wie Gott dafür Sorge trug, dass seine Gerichtsandrohung wahr wurde, so beginnt er nun sein Wort, das er durch den Propheten Jeremia verkünden ließ, zu erfüllen, indem er das mächtigste Werkzeug der damaligen Zeit gebrauchte: den König von Persien. Dieser war der damalige Weltherrscher mit nahezu unbegrenzter Macht, der alle großen Königreiche in die Knie gezwungen hatte. Es war aber kein Zufall, dass genau zu der Zeit, da die 70 Jahre zu Ende gingen, dieser König an die Macht kam, denn genau das hatte Gott durch den Propheten Jesaja zuvor verkünden lassen (Jes 44,28-45,13). Gott bringt also diesen König an die Macht und erweckt den Geist dieses heidnischen Mannes, der ihn doch gar nicht kannte, ihn weder gesucht noch verehrt hatte und gibt ihm den Auftrag den Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. Wie groß ist doch unser Gott! Wer kann sich seinem Willen und Wirken widersetzen? Wenn Gott sich etwas vorgenommen hat, so wird er es auch ausführen, egal wie die Mächtigen dieser Welt auch heißen mögen. Und so lässt der König von Persien verkünden, dass jeder aus dem Volk Israel nach Jerusalem ziehen soll, um den Tempel des Gottes Israel zu bauen.

Doch warum greift Gott genau jetzt ein, um sein Volk wieder in das verheißene Land zurückzubringen? Hatte Gott Mitleid mit den Weggeführten und konnte er ihr Elend nicht mehr länger mit ansehen? Waren die äußeren politischen Verhältnisse in diesem Moment besonders günstig, um dieses Vorhaben anzugehen?
Sowohl in den oben zitierten Versen, wie auch in dem Abschnitt aus Jesaja wird deutlich, dass das nicht der Fall war. Zum einen Lesen wir, dass Gott sich an seine Versprechen hält die er verheißen hat, da er treu ist und zum anderen sehen wir, dass Gott dieses tut, damit man erkennt vom Aufgang der Sonne und von ihrem Untergang her, dass es außer [ihm] gar keinen gibt. Gott allein ist der Herr!

Das durfte auch dieser heidnische König erkennen, der seine militärischen Erfolge nicht seiner Kraft, sondern Gottes Wirken zuschrieb. Wie viel mehr dürfen wir als Kinder Gottes auf Gottes Macht und Stärke vertrauen und darin zur Ruhe kommen, da wir wissen, dass dieser Gott im Himmel thront und alles nach seinem Ratschluss ausführen wird.