Andachten

Jesu Worte am Kreuz – Bestätigung (5/7)

Danach, da Jesus wusste, dass alles schon vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet! (Joh 19,28)

Zum ersten mal hören wir von Jesus am Kreuze hängend etwas zu seinen physischen Qualen aussprechen. Zuvor schrie er auf Grund seelischer Not in Seinem Verlassen-Sein zu Gott.

Doch welche Tragweite hat dieser Ausspruch Jesu, der im Griechischen nur ein Wort ist? (wörtlich: Durst;  διψάω = dipsao)

Unser Herr zeigt in dieser Aussage zwei wichtige Merkmale seines Wesens auf:

1. Er war vollkommen Mensch!
Jesus Christus zeigt hier auf, dass ein Mensch leidet! Hier hängt kein gefühlloser Gott der das so nebenbei am Kreuz aufsich nimmt, sondern ein Mensch, der Qualen wahrnimmt und unter diesen bestialisch leidet! Dies ist Johannes besonders wichtig gewesen zu erwähnen, da er sich in der jungen Krichengeschichte stark mit Gnostikern und Doketisten auseinandersetzen musste, die eine difuse Sicht über die Gottheit Jesu vertraten. Jesus war Gott – und dennoch auch Mensch zugleich!

2. Er stimmte vollommen mit seines Vaters Plan überein!
Jesus bestätigt am Kreuz die Prophetie, welche durch den Psalmisten  1000 Jahre zuvor über ihn verheißen wurde:
Meine Kraft ist vertrocknet wie gebrannter Ton, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen; und in den Staub des Todes legst du mich. (Ps 22,16)

Dies war genau so! In der Hitze auf Golgatha nach Stundenlangem Hängen und dem Schnauben nach Luft ist dies die menschliche logische Folge. Diesem quälenden Durst ist man dann entgegen gekommen. Billiger Soldatenwein wurde Jesus gereicht. Dieser Wein war nicht feierlich, sondern erbärmlich!
Und sie gaben mir zur Speise Gift, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig. (Ps 69,22)

Warum sollte Jesus diese Wort ausgesprochen haben? Damit er für die nächsten 15 Minuten Kraft auftankt? Dass er nochmal kurz erfrischt wird? Oder, dass er sein Leben etwas verlängert durch einen beherzten Schluck Flüssigkeit? Nein, keineswegs!

Jesus Christus spricht dieses Wort aus, um vollkommen in Gottes Plan einzustimmen! Er unterstreicht das AT, er beugt sich unter den Ratschluss Gottes, er nimmt dieses verheißene Werk bewusst und zustimmend auf sich!

Dieses fünfte Wort Jesu am Kreuz lehrt uns: Nimm auch Du Gottes Plan und Ratschluss über dein Leben (auch wenn es unangenehm und schwer ist!) bewusst entgegen und sei dir dessen bewusst, dass auch dir dies zum besten gereichen wird (Röm 8,28), denn alle
deine Tage waren bereits in Gottes Blick, ehe du erschaffen wurdest. (Ps 139,16)