Andachten

Ist etwas richtig, weil es funktioniert?

Und Mose erhob seine Hand und schlug den Felsen mit seinem Stab zweimal; da kam viel Wasser heraus, und die Gemeinde trank und ihr Vieh.
4. Mose 20,11

Oftmals im Leben begegnet uns Situationen, die von uns Entscheidungen und Handlungen erzwingen. Im alltäglichen Leben neigen wir dann oft zu der Haltung „was funktioniert ist richtig.“ Erreichen wir mit einer Methode unsere Ziele, dann sind wir überzeugt davon, dass es richtig war, dieses oder jenes zu tun. Bleibt der gewünschte Erfolg aus, denken wir, dass wir einen Fehler gemacht haben und die richtige Methode für unsere Situation noch nicht gefunden haben. Führen uns unsere Entscheidungen in ein ethisches oder moralisches Dilemma, so sind wir geneigt, uns zu beruhigen: „Das machen alle so“ oder „Der Zweck heiligt immer noch die Mittel.“

Traurigerweise übertragen wir als Christen manchmal dieses pragmatische Denken ohne es zu hinterfragen auf den geistlichen Bereich – zum Teil mit schwerwiegenden Folgen. Wenn wir obigen Vers betrachten, so würden wir denken: Ein voller Erfolg! Ein großer Mann Gottes steht vor dem Felsen, hebt seinen Stab und schlägt den Felsen. Und auf einmal strömt Wasser heraus und fließt zwischen die durstenden Menschen und das Vieh und alle können trinken und sich sättigen. Einem zahlreichen Volk wurde geholfen. Mose ist ein Held. Lesen wir nicht in Matthäus 7,16: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen? (Ich hoffe du bist zusammengezuckt, als ich gerade diesen Vers an den Haaren herbeigezogen habe und vollkommen von seiner ursprünglichen Aussage abgewichen bin).

Wir hätten Mose auf die Schulter geklopft und erwartet, dass Gott hoch zufrieden mit seinem sonst so treuen Diener war. Doch entspricht dies der Wirklichkeit? Es ist Gott, der Herr, der sowohl die Werke seiner Diener, als auch die Früchte der falschen Propheten aus Matthäus 7,16 beurteilt. Und was hat Gott Mose zu sagen? Direkt im nächsten Vers lesen wir:

Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron: Weil ihr nicht an mich geglaubt habt und mich nicht geheiligt habt vor den Israeliten, darum sollt ihr diese Gemeinde nicht ins Land bringen, das ich ihnen geben werde.
4. Mose 20,12

Offensichtlich beurteilt Gott Moses „großes Werk“ als blanken Unglauben und als Entheiligung seines Namens vor dem Volk Israel. Das Gericht folgt auf dem Fuß: Mose und Aaron dürfen das Volk nicht in das verheißene Land führen, sondern sterben beide in der Wüste! Nach menschlichen Maßstäben würden wir die Welt nicht mehr verstehen. Was für eine ungerechte Behandlung zweier Menschen, die gerade Millionen von Lebewesen wunderbares Wasser zu trinken gaben. Es hat funktioniert, also muss es doch richtig sein?

Nein! Gott hatte in 4. Mose 20,8 Mose geboten mit dem Felsen zu reden und dieser würde Wasser geben. Doch Mose – voller Zorn über das Murren des Volkes wegen des fehlenden Wassers – erklärt dem Volk, dass er ihnen Wasser geben wird – und schlägt den Felsen. Damit hatte er einen Teil seiner Berufung eingebüßt, Josua würde seinen ursprünglichen Auftrag übernehmen und beenden. Es funktioniert, also ist es richtig, ist kein geistliches Prinzip! Achten wir sehr genau darauf, wie Gott Dinge beurteilt, die geschehen.

Wenn gottlose Lügner Erfolg im Beruf haben, hat Gott dann ihr Tun gebilligt? Wenn es Menschen scheinbar gut geht, die andere Ausbeuten, wenn sie in Wohlstand schwelgen, ist das dann eine Bestätigung Gottes für ihren Lebensstil? Wenn Menschen nach einer Evangelisation beteuern, vielleicht sogar unter Tränen beteuern, wie sehr sie angesprochen wurden, waren wir dann erfolgreich? Wenn die Gemeinde an Mitgliedern zunimmt, haben wir dann nicht alles richtig gemacht? Die Konfliktvermeidungsstrategie perfektioniert, uns erfolgreich aus dem Leben eines jeden anderen Gläubigen zurückgezogen, damit das schmerzhafte gegenseitige Schleifen ein Ende hat und wir in Ruhe „Gemeinde spielen können“?

Überlassen wir es Gott und insbesondere seinem Wort, all diese Dinge zu beurteilen. Wir wären überrascht, dass Gott die Dinge eher selten so sieht wie du und ich. Dinge sind nicht richtig,  weil sie funktionieren. Dinge sind richtig, wenn Gott sagt, dass sie richtig sind.