Andachten

Kleine Schritte trotz großer Herausforderungen

„Danach bracht man das regelmäßige Brandopfer und das für die Neumonde und für alle geheiligten Feste des Herrn und die Brandopfer von jedem, der dem Herrn eine freiwillige Gabe brachte. Am ersten Tag des siebten Monats fingen sie an, dem Herrn Brandopfer zu opfern. Aber die Grundmauern des Tempels des Herrn waren noch nicht gelegt.“ (Esra 3,5.6)

In unserer Betrachtung des Buches Esra werden wir das zweite Kapitel, in dem hauptsächlich die Aufzählung der Rückkehrer zu finden ist, überspringen und den Faden im dritten Kapitel wieder aufnehmen. Die Juden, die aus dem Exil zurückgekehrt waren, ließen sich in ihren Städten nieder und wohnten in ihnen. Doch als der siebte Monat nahte, versammelte sich das Volk wie ein Mann in Jerusalem, um dem Herrn Opfer darzubringen. Und so kam es, dass Jeschua, Serubbabel und ihre Brüder den Altar an seiner alten Stelle wieder aufbauten. Nach über 70 Jahren, in denen die Juden fern vom Land Israel waren und somit auch nicht opfern konnten, wird wieder ein Altar aufgerichtet und der Opferdienst aufs Neue aufgenommen. Die Juden, die zurückgekommen waren, besannen sich wieder auf ihre eigentliche Berufung, nämlich dem Gott des Himmels und der Erde zu dienen und ihm die Ehre und Anbetung durch das Opfern zu darzubringen. Und so brachten sie ihm Brandopfer dar, obwohl der Grund für den Tempel noch nicht gelegt war.

Es ist schön zu sehen und es macht einem Freude, wenn man das Volk beobachtet, wie sie in allen ihren Handlungen, nach dem Willen Gottes streben. Die Brandopfer wurden so dargebracht, wie es im Gesetz des Mose vorgeschrieben wurde (V. 2), der Brandopferaltar wurde auf den Fundamenten des alten Altars erbaut (V. 3), sie begingen das Laubhüttenfest, wie es ihnen vorgeschrieben war (V. 4) und fuhren danach fort, alle Opferungen für die geheiligten Feste des Herrn ihrem Gott darzubringen (V. 5). Eigentlich scheint alles in bester Ordnung zu sein, wenn da nicht dieser Satz am Ende von Vers 6 stehen würde, dass die Grundmauern des Tempels des Herrn noch nicht gelegt waren. Warum hielt Gott es für gut diese Tatsache an dieser Stelle explizit zu erwähnen?

Zum einen wird hier deutlich, dass das Volk Israel Gottes Geboten, so weit es ihnen zu diesem Zeitpunkt möglich war, gehorsam sein wollten. Noch hatten sie nicht die Mittel, um den Tempel, mit dem Allerheiligsten und der Bundeslade zu errichten, doch waren sie sehr wohl in der Lage den Altar für die Brandopfer zu bauen und darauf zu opfern.
Zum anderen bringen die Juden, die nun wieder in Israel waren und das mächtige Wirken Gottes bis zu diesem Tag gesehen hatten, ihren Glauben an die Zusage Gottes zum Ausdruck. Denn obwohl der Tempel noch immer in Schutt und Asche lag und auch die Stadtmauer noch nicht gebaut war, brachten sie dennoch Gott ihre Opfer dar, weil sie davon überzeugt waren, dass er ihnen auch dazu Gelingen geben würde.
Gott hatte bis jetzt alles so wunderbar in die Wege geleitet, doch stand die eigentliche Herausforderung, der Wiederaufbau der Stadt und des Tempels noch vor ihnen. Doch hatten sie keine Zweifel daran, dass Gott sein Werk, das er angefangen hatte auch zu Ende bringen würde.
Stehen wir nicht auch oft vor Herausforderungen in unserem Leben, die für uns so übermächtig zu sein scheinen? Wo stehen wir vor solchen Trümmerhaufen und Ruinen mit der Frage, woher wir die Kraft nehmen sollen, diese wieder aufzubauen? Das Volk Israel kann uns heute ein Vorbild sein und möchte uns ermutigen kleine Schritte im Glauben zu machen, wohl wissend, dass Gott es ist, der uns die Kraft geben wird seinen Auftrag auch auszuführen.