Andachten

Und auch mein Leben!

Und nicht nur so, wie wir hofften, sondern sie gaben sich selbst zuerst dem Herrn und dann uns durch Gottes Willen.
2. Korinther 8,5

Gelebte Hingabe erstaunt uns häufig wenn wir sie sehen. Da ist der Sportler der stundenlang trainiert und der Musiker der jeden Tag lange Zeit übt. Die Mutter, die sich hingebungsvoll um ihre Kinder sorgt und vieles andere. An angenehme Dinge, eben die Dinge, die wir lieben, geben wir uns gerne hin.

Wenn ich in mein Leben schaue, so stelle ich jedoch eine Tendenz fest, die sich bei aufmerksamen Hinsehen auch in vielen anderen Christen wiederfindet. Es ist der Versuch, sich der vollkommenen Hingabe zu entziehen. Man will sich nicht an einen Menschen hingeben und folglich bleibt man sehr lange Single um nicht auf Freiheiten verzichten zu müssen (und nutzt sein Single-Sein nicht nach biblischem Vorbild). Alle paar Jahre wechselt man seinen Job, die Gemeinde, den Sport, ja in einigen „christlichen“ Kirchen auch den Partner. Aufopfernde Hingabe ist uns fremd geworden. Häufig versuchen wir dann, unser Gewissen dadurch zu beruhigen, dass wir materielle Güter und Geld abgeben. Wir wollen uns aus der Verantwortung freikaufen.

Doch ist dies kein biblischer Gedanke! Dein Geben sollte nicht Ausdruck eines schlechten Gewissens, sondern ein Zeichen der Hingabe an deinen Herrn Jesus Christus sein. Der heutige Vers wurde über die Gemeinden Mazedoniens geschrieben. Diese bestanden großteils aus sehr armen Menschen. Doch was lesen wir über diese Menschen? Paulus erhoffte sich angesichts ihrer Armut eine kleine Gabe für die verarmte Gemeinde in Jerusalem und bereitwillig geben die Gemeindemitglieder. Doch was geschieht dann? Paulus versucht die Mazedonier davon abzuhalten noch mehr zu spenden. Er hatte schon viel mehr als erhofft von ihnen erhalten und schon beinahe ein schlechtes Gewissen! Doch die Mazedonier reden Paulus solange gut zu, bis er noch mehr von ihnen annimmt! Welch eine Hingabe diese armen Gemeinden an den Tag legten.

Paulus staunt – das hatte er nicht erwartet. Er erkennt: Die große Hingabe an Gott selbst bewirkte die Freigebigkeit der Mazedonier. Sie gaben nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil sie wie selbstverständlich anerkannten, dass Gott ihr Leben und damit auch ihr ganzes Geld gehört. Wie anders war die Einstellung dieser Gläubigen. Ein hingegebenes Leben führt zwangsläufig dazu, dass der Christ sein Geld in Gottes Reich investiert und sich vorher vollkommen an Christus ausliefert. Alles andere ist nur ein schwacher Versuch, sich der Verpflichtung zur absoluten Hingabe zu entziehen.

Sehr bewegend ist für mich in diesem Zusammenhang die Geschichte des jungen Norwegers Peter Torjesen. Mit 17 war er entschlossen, Geld für die Mission zu spenden. Hierzu öffnete er seinen Geldbeutel und schüttete alles in den Kollektenbeutel, was sich darin befand. Doch dies war ihm bei weitem nicht genug. Als letztes warf er noch ein Stück Papier hinein, das die Aufschrift trug: „Og mit liv“ („Und auch mein Leben“). Dieser junge Mann wurde später ein fruchtbringendes Werkzeug Gottes als Missionar in China.

Wie steht es mit dir? Gehört Christus bereits deine Zeit, dein Geld, deine Kraft, einfach dein Leben? Oder versuchst du herauszufinden, wie wenig Hingabe „genug“ ist? Vergeude dein Leben nicht. Ich hoffe, auch du kannst sagen: Und auch mein Leben!