Andachten

Jesu Worte am Kreuz – Auslieferung (7/7)

Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. (Lk. 23,46)

Unser Herr liegt in seinen finalen Zügen. Einmal noch  gebraucht er seine letzten Kräfte für ein abschließendes Gebet. Er betet das Gebet eines gläubigen Juden am Ende des Tages. Hierbei lieferte man sich vor dem schlafengehen dem himmlischen Vater für die Nacht bewusst aus.

Was fällt jedoch hier auf? Jesus sieht in Gott immer noch seinen Vater! Er, dem es gefiel ihn zu zerschlagen (Jes 53,10), wird als Vater anerkannt und sich ihm willentlich hingegeben.

Warum macht der Herr dies? Er weiß, dass er von seinem Vater zu Lebzeiten alles empfangen hat und nur er den Vater kennt (Mt 11,27). Weil er der geliebte Sohn ist an dem der Vater Wohlgefallen hat (Lk 3,22) und Jesus nur die Ehre seines Vaters suchte (Joh 8,49), weiß er, dass es keinen besseren Ort gibt, als auch im Tod sich in die gütigen Hände des Vaters auszuliefern. Er vertraut voll darauf, dass nur der Vater die Macht hat ihn wieder aufzuerwecken!

In Jesu Sterben werden bereits die warmen Sonnenstrahlen der Auferweckungssonne zum Ausdruck gebracht. Stephanus, der erste Märtyrer der Kirche, wird sich später in Apg 7,59 ein Beispiel an Christus nehmen und ebenfalls die Aufnahme seines Geistes im Todesaugegnblick dem Herrn darlegen.

Jesus lehrt uns völlige Auslieferung an seinen Vater.  Es gibt keinen besseren Ort für Christen, als in den Händen des Vaters zu sein. Der wärmste und sicherste Ort ist der in den Händen des Vaters, der dein und mein Leben kennt, sieht und lenkt.

Karl Marx sagte einst: Letzte Worte sind nur für Törrichte, die zu Lebzeiten nicht genug gesagt haben. Wie unsinnig dies doch in Bezug auf unseren Herrn ist! Im Sterben gedachte er der Menschen um sich herum, vollbrachte das Werk des Vaters, bestätigte ihn und lieferte sich schlussendlich ihm wieder aus.

Bei all den Worten sehen wir einen blutigen, leidenden Christus, doch gleichzeitig einen mit Vollmacht. Er selbst sagte einst über sein Leben: Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wiederzunehmen. Dieses Gebot habe ich von meinem Vater empfangen. (Joh 10,18)