Andachten

Abhängig von Gottes Gnade

„So legten die Bauleute die Grundmauern zum Tempel des Herrn. Dabei ließ man die Priester in ihrer Amtskleidung antreten, mit Trompeten, und die Leviten, die Söhne Asafs, mit Zimbeln, den Herrn zu loben nach der Anweisung Davids, des Königs von Israel. Und sie stimmten einen Wechselgesang an mit Lob und Preis dem Herrn: Denn er ist gut, denn seine Gnade währt ewig über Israel. Und das ganze Volk jauchzte mit gewaltigem Jauchzen beim Lob des Herrn wegen der Grundsteinlegung zum Haus des Herrn.“ (Esra 3,10.11)

Im zweiten Monat des zweiten Jahres nach ihrer Ankunft in Jerusalem, erreichten die zurückgekehrten Juden einen weiteren wichtigen Meilenstein: die Grundsteinlegung des Tempels. Nach dem erlassenen Ruf des Königs Kyrus und der erfahrenen Bewahrung auf der gefährlichen Reise nach Israel, sowie der Wiederaufnahme des Opferdienstes, ist dieses Ereignis der Grundsteinlegung ein weiterer sichtbarer Hinweis, dass Gott hält was er verspricht.

Wenn man diese Zeremonie nun etwas genauer beobachtet, dann wird man unter anderem eine Entdeckung machen, die eigentlich bei jedem Teilerfolg im Dienst der Kinder Gottes für ihren Vater, zu sehen sein muss. Anstatt das so umfassende Bauvorhaben, die immens hohen Kosten, den begabten Architekten, die große Baufirma mit ihren vielen Bauarbeitern oder den großzügigen Geldgeber Kyrus in den Mittelpunkt dieses „Spatenstiches“ zu stellen, wird Gott und seine ewige Gnade durch Lieder gepriesen und gelobt. Die versammelten Juden waren sich ihrer eigenen Schwachheit bewusst und der Tatsache, dass sie niemals aus eigener Kraft so weit gekommen wären, egal wie sehr sie sich auch angestrengt hätten.
An dieser Stelle möchte ich uns herausfordern, dass wir uns selbst und unseren Dienst für Gott hinterfragen. Ist es uns bewusst, dass wir ganz und gar von Gottes Gnade abhängig sind? Haben wir die Erfahrung schon gemacht, dass jede, noch so gut organisierte, mit ergreifenden Beispielen und stimmungsvoller Musik gespickte Evangelisation ergebnislos, jede Predigt und jedes Zeugnis von Jesus wirkungslos und jeder sonstige Dienst, egal wie hingebungsvoll er ausgeführt wird, fruchtlos sein wird, wenn nicht Gott in seiner Güte eingreift und Wunder bewirkt? Keines dieser oben aufgeführten Dinge ist schlecht und wir sollten wirklich alles geben, wenn wir für unseren Gott einen Dienst ausüben und uns davor hüten das Werk Gottes lässig zu treiben, doch gilt es die Frage zu beantworten, worauf wir uns in den verschieden Situationen verlassen. Vertrauen wir auf unsere Talente und unsere Erfahrung oder haben wir Gottes Verheißungen vor Augen, z.B. dass er versprochen hat, dass sein Wort nicht leer zu ihm zurückkehren, sondern ausrichten wird, was ihm gefällt (vgl. Jes 55,11)?

Das Volk Israel hatte es verstanden und deshalb lobten sie Gottes Gnade, die sie bis zu diesem Zeitpunkt erlebt hatten. Auch wir sollten Gott jeden Tag für das danken, was er in unserem Leben getan hat!

Jauchzt dem Herrn, alle Welt!
Dient dem Herrn mit Freuden! Kommt vor sein Angesicht mit Jubel!
Erkennt, dass der Herr Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst – sein Volk und die Herde seiner Weide.
Zieht ein in seine Tore mit Dank, in seine Vorhöfe mit Lobgesang! Preist ihn, dankt seinem Namen!
Denn gut ist der Herr. Seine Gnade ist ewig und seine Treue von Generation zu Generation.
(Psalm 100)