Andachten

Ein Haufen Lehrer

Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden.
2. Timotheus 4,3.4
Kennst du das Gefühl, wenn du in eine warme Badewanne steigst? Oder wenn du bei 38 Grad Hitze eine kalte Cola trinkst? Es tut unglaublich gut, unser Körper belohnt uns mit einem guten Gefühl dafür. Die meisten Menschen leben so, dass sie möglichst oft solche Gefühle verspüren. Alles was ihnen gut tut wird ausprobiert und zelebriert. Alles was einem unbequem erscheint wird natürlicherweise gemieden.
Diese Tatsache stellt für uns Menschen im geistlichen Bereich ein großes Problem dar. Warum sage ich das? Nun:
Ein natürlicher Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist.
1. Kor 2,14
Im Römerbrief lesen wir, dass das Fleisch (=der natürliche Mensch) dem Gesetz Gottes nicht untertan sein kann (Röm 8,7). Der Mensch will Gottes Worte und Gesetze nicht befolgen. Dabei bekommt er zuweilen ein schlechtes Gewissen, weil ihm kulturell manchmal eine gewisse Religiosität abverlangt wird, manchmal sein Gewissen ihm sagt, dass „da eine höhere Macht ist“. Jedenfalls muss der Mensch einen für ihn bequemen Weg finden, wie  er mit dem ganzen „Gott-Thema“ umgehen kann, ohne dass es sein Leben zu  sehr beeinflusst. Jegliche Predigt aus dem Wort Gottes kann er nicht gebrauchen. Sie klagt sein Leben an und will ihn überführen von seiner Heuchelei. Er erträgt die gesunde Lehre nicht.
Doch dieser unbequeme Zustand bringt den Menschen dazu aktiv zu werden. Er will nicht an seine Sünde und seine Fehler erinnert werden. Was lässt sich dagegen unternehmen? Genau: man kopiert einfach diese Christen und nimmt ein paar „Verbesserungen“ in der Lehre vor. Wer dabei am lautesten ist, hat immer Recht, also versucht man, eine möglichst große Anzahl von Leuten zu finden, denen es ebenso geht wie einem selbst und geht gegen diese unangenehme Sache vor.
Ein Haufen Lehrer ist entstanden, der Sünde verharmlost, Gottes Maßstäbe verzerrt, Wohlfühl-Christentum predigt und sich von der Wahrheit abwendet. Statt die Bibel werden rührende Geschichten gepredigt. Diese „gehen runter“ wie eine kalte Cola im Sommer. Sie tun der menschlichen Seele einfach gut. Sie nehmen uns nicht in Verantwortung. Sie geben uns nicht dieses unangenehme Gefühl, dass wir Dinge bekennen und bereinigen müssen. Kurzum: Sie kitzeln ein wenig unsere Ohren, während wir uns zurücklehnen und uns auf die Schulter klopfen können, dafür dass wir so religiös sind und Gott zufrieden mit uns sein kann. Veränderung sucht man im Leben dieser Menschen vergebens. Alles was zählt, ist das gute Gefühl, dass der Lehrer einem geben muss.
Entgegen dieser ständigen Selbstbeweihräucherung ermahnt Paulus seinen Mitarbeiter Timotheus dazu, zur gelegenen und zur ungelegenen Zeit das Wort zu predigen. Das Wort allein überführt, weist zurecht und ermahnt. All das soll er in Langmut tun (2. Tim 4,1.2). Gottes Wort predigen in einer Zeit wie der unseren ist nicht bequem. Es ist nicht erwünscht. Viele Prediger – auch in konservativen Gemeinden – neigen dazu, auf Geschichten auszuweichen, oder offen Gottes Anweisungen zu relativieren. Alles was „die Ohren nicht kitzelt“ wird passend gemacht.
Warum ist dies aber für uns keine Option? Paulus ermahnt Timotheus zu predigen angesichts des Bewusstseins, dass er vor Gott und Jesus Christus steht, der bei seiner Erscheinung alle Lebenden und Toten richten wird. Wir können Untreue in der Verkündigung genauso wenig erlauben wie das anhäufen von falschen Lehrern, die uns ein gutes Gefühl geben. Beides zieht Gottes Gericht nach sich und das, was unsere Ohren kitzelte und uns ein gutes Gefühl gab, wird sich in ein scheußliches, todbringendes Quitschen verwandeln an dem Tag, da Jesus wiederkommt.
Sollten wir nicht viel mehr uns dem manchmal schmerzhaften, aber auch wunderbar heilsamen Wort der gesunden Lehre aussetzen, das uns verändern kann? Alles andere entspringt nur deinen menschlichen Gelüsten und bringt dir nichts als Schmerz und Verderben. Ich frage dich: Wie viel ist dir ein kurzzeitiges gutes Gefühl wert? Lohnt es sich, sein Leben damit aufs Spiel zu setzen, etwas anderem zu glauben als dem Wort Gottes?