Andachten

Wo bist du?

Und Gott, der HERR, rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du? (1.Mose 3,9)

Wir kennen diese Begebenheit nur zu gut. Adam und Eva versteckten sich, nachdem sie gegen Gott gesündigt hatten und von dem Baum der Erkenntnis aßen. Während die Schürzen von Feigenblättern sie bedeckten und sie sich hinter den Bäumen versteckten, ruft Gott: “Wo bist du?” Diese Frage, die Gott Adam stellte, durchdrang die Seele Adams und zugleich offenbarte sie den Zustand seines Gewissens. Wenn Gott einem zuruft und fragt, wo wir sind, und wir zu der Zeit mit etwas beschäftigt sind, das Gott nicht wohlgefällig ist, dann wird unsere Antwort mit der Antwort Adams übereinstimmen: “Ich fürchte mich” (1. Mo 3,10b). Eine logische Schlussfolgerung eines geplagten Gewissens ist – sich zu verstecken; das Weite zu suchen. Wir neigen nun mal dazu, wenn das Licht des Wortes Gottes uns erreicht, so schnell wie möglich wieder zurück in das Dunkle zu gehen, damit wir unseren eigenen Zustand nicht mehr sehen können und uns in unserer eigenen Blindheit sicher wiegen. Alles vertuschen, so gut wie es nur geht. Schnell unsere Maske aufziehen, um unsere Lüge aufrechtzuerhalten, damit wir weiterhin unverdiente Anerkennung bekommen.

Stell dir mal vor, dass Gott dich heute fragt, wo du bist? Wo würde Gott dich heute während des Tages antreffen? Welche Worte, Taten oder Gedanken würde er hören oder sehen? Diese Frage kann uns tagtäglich als Prüfstein fungieren. Wo befinde ich mich gerade? Wenn Gott mich jetzt sehen würde (was er auch tut), dient das, was ich gerade mache, ihm zu Ehre? Oder muss ich mich fürchtend verstecken, wenn ich realisiere, dass Gott mich sieht, aufgrund meiner Tat?

Wo bist du?