Andachten

Die Lehren der Gnade – Völlige Verderbtheit (1/5)

Und der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen groß war auf der Erde, und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag.
(1. Mose 6,5)

Die erste der fünf Grundwahrheiten der biblischen „Gnadenlehren“ ist diejenige, dass der Mensch von Grund auf verdorben ist. In ihm findet sich nichts Gutes. Paulus bestätigt dies in Röm 7,18 und setzt in Eph 2,1 noch eins drauf: Der Mensch ist sogar so schlecht, dass er vor Gott geistlich tot ist! Gemäß dieser Wahrheit ist die Natur, die der Mensch einst von Adam erbte hat, in allen Bestandteilen verdorben. Dies betrifft den Leib, den Verstand, die Seele, aber auch den geknechteten Willen des Menschen. All diese befinden sich nicht mehr in dem Zustand, den sie vor dem Sündenfall hatten. Jemand, der dies nicht akzeptiert oder beschönigen will, wird bereits hier am Verständnis der Gnadenlehre scheitern.

Was bedeutet es „dass der Mensch völlig verdorben ist?“ Es bedeutet natürlich nicht, dass er gar keine Fähigkeit mehr hätte, etwas Gutes zu tun. Vielmehr bedeutet dies, dass es keinen Bereich seines Wesens gibt, der nicht von der Sünde durchsetzt wurde. Der Herr Jesus forderte im höchsten Gebot auf, Gott zu lieben, und zwar mit ganzem Herzen, aus ganzen Seele aus ganzem Verstand und ganzen Kraft! Alle diese Bereiche sind jedoch von der Sünde versklavt und bedürfen ihrer Erlösung.

Nichts widersetzt sich dem menschlichen toten Willen so sehr, als zu akzeptieren, dass nichts liebenswertes und zu empfehlendes in im drin steckt.
Und jetzt? Soll das heute morgen ermutigen? Ist dies etwa ein erbaulicher Bestandteil einer Morgenandacht? Fürwahr!

Wenn wir heute morgen begreifen, wie abgrundtief böse unser Herz einmal war und geistlich wertlos wir vor Gott standen – dann lässt uns anbetracht dieser Tatsache Gottes Gnade und Erweckung zum neuen Leben in einer besonderen, segensreichen Qualität erscheinen!
Unsere Liebe zu Gott misst sich nämlich darin, wie ich selber von mir denke! Je weniger ich von meinem Wesen halte – desto größer scheint mir Gottes Wesen! Je geringer meine Achtung vor mir selbst – desto schöner erscheint mir die Person Jesu.

Paul Washer sagte einmal: Wer eine geringe Sicht von seiner Sünde hat, der hat auch eine geringe Sicht von Christus!

Das Verständnis der völligen Verderbtheit lässt mich dankbarer und demütiger vor dem allmächtigen und gerechten Gott erscheinen. Das Ergebnis einer solchen Haltung spiegelt sich schlussendlich im Gehorsam gegenüber Gottes Wort wieder. Es macht uns genügsam und ruhig, da eine einst tote und nun erweckte Kreatur alles genügsam aus der Hand des Erweckers nehmen kann!

Möge Gott dir und mir heute erneut aufzeigen, welches unsere Stellung einst vor Ihm war – um nun brauchbar gemacht worden Ihm gehorsam zu sein!