Andachten

Die List des Feindes

„Als aber die Gegner Judas und Benjamins hörten, dass die Kinder der Wegführung dabei waren, dem Herrn, dem Gott Israels, einen Tempel zu bauen, da traten sie zu Serubbabel und zu den Familienoberhäuptern und sagten zu ihnen: Wir wollen mit euch bauen! Denn wir suchen euren Gott wie ihr; und ihm opfern wir seit den Tagen Asarhaddons, des Königs von Assur, der uns hierher heraufgeführt hat. Da sagte Serubbabel und Jeschua und die übrigen Familienoberhäupter Israels zu ihnen: Ihr habt nichts mit uns zu tun bei dem Auftrag, unserem Gott ein Haus zu bauen; sondern wir allein, wir werden dem Herrn, dem Gott Israels, bauen, wie es uns der König Kyrus, der König von Persien, befohlen hat.“ (Esra 4,1-3)

An dieser Stelle treffen wir das erste Mal auf die Gegner des Volkes Israels, die von dem Vorhaben der Juden, den Tempel wieder aufzubauen, gehört haben. Bereits im 3. Vers des 3. Kapitels wird uns berichtet, dass ein Teil der Bevölkerung der Länder in Feindschaft mit Israel lebte, ohne genauer darauf einzugehen, wie sich die Feinschaft äußerte. Doch als die Juden mit dem Bau beginnen, werden auch ihre Gegner aktiv.
Eben diese Tatsache sollte uns Christen im Dienst für Gott nicht überraschen, dass wir Feinde in dieser Welt haben, die, bewusst oder unbewusst dazu beitragen, dass dem Werk Gottes Schaden widerfährt. Auch Jesus bereitete seine Jünger darauf vor, indem er ihnen klarmachte, dass die Welt sie hassen wird, da sie auch ihn gehasst hat. Für diejenigen, die nicht von dieser Welt sind, sondern von Jesus aus dieser Welt erwählt wurden, ist der Hass der Welt eine logische Konsequenz (vgl. Joh 15,18.19).

Auf den ersten Blick scheint das Verhalten der Gegner Judas überhaupt nicht feindselig zu sein. Diejenigen, die zu den Familienoberhäuptern Israels kommen, scheinen doch eigentlich mit friedlichen Absichten zu kommen, da sie von sich selbst behaupten, dass sie den gleichen Gott verehren würden und deshalb auch beim Bau des Tempels mithelfen wollen.
Wieso reagieren Serubbabel und Jeschua denn dann mit so eine kühlen Absage? Hätten sie die Hilfe nicht gut gebrauchen können? Wäre der Bau des Tempels nicht viel schneller und leichter vorangegangen?
Vielleicht verstehen wir die Reaktion der Verantwortlichen in Israel besser, wenn wir uns vor Augen führen, welche Götter diese Völker alle verehrten und auf welche Art und Weise sie es taten. In 2.Könige 17 ab Vers 24 werden uns die Völker beschrieben, die anstelle der, in die Gefangenschaft nach Assyrien, verschleppten Israeliten dort angesiedelt wurden. Es stimmt, dass sie zum einen den Gott Israels verehrten, doch opferten sie auch vielen anderen Göttern, ließen ihre Kinder durchs Feuer gehen und gehorchten den Satzungen und Geboten, die Gott seinem Volk Israel gegeben hatte, nicht. Was wäre also die logische Konsequenz von einer Allianz mit ihnen gewesen? Früher oder später hätten die zurückgekehrten Juden, um des Friedens willen, Kompromisse eingehen müssen, die nach und nach zur Vermischung und schließlich zur Zerstörung des Werkes Gottes geführt hätten. Diese Vorgehensweise gehört meines Erachtens zu den beliebtesten des Teufels, egal ob bei Adam und Eva im Garten Eden, bei dem Ratschlag des Bileams an den Moabiterkönig Balak oder bei der Versuchung Jesus in der Wüste, immer wieder sehen wir, wie der Teufel mit einer List das Werk Gottes zu zerstören sucht.

Deshalb war die einzig richtige Antwort der Israeliten ein klares „Nein“ zu einer Zusammenarbeit mit den Völkern, die um sie herum lebten. Und deshalb sollten auch wir Christen davon absehen im Dienst für Gott irgendwelche Allianzen mit Ungläubigen einzugehen, da wir wissen, dass weder Licht mit Finsternis, noch Gerechtigkeit mit Gesetzlosigkeit, noch der Gläubige mit dem Ungläubigen etwas gemeinsam haben (vgl. 2.Kor 6,14.15). Anstatt bei den Menschen, die ohne Gott leben oder sich nur als Christen bezeichnen, den Herrn aber nicht fürchten, um Hilfe zu bitten, sollten wir zu unserem Herrn beten und allein von ihm Hilfe erwarten.