Andachten

Gott, ich brauche dich! Oder etwa doch nicht?

Und frühmorgens, als es noch sehr dunkel war, stand er [Jesus] auf und ging hinaus und ging fort an einen einsamen Ort und betete dort. (Markus 1,35)
Vielleicht war die Überschrift für dich etwas irritierend. Denn ich denke, jeder von Gott wiedergeborene Christ, würde unterschreiben, dass wir Gott brauchen und dass wir abhängig von seiner Gnade sind. Wahrscheinlich würde es im Gegenzug auch keinen Christen geben, der sagen würde, dass er Gott nicht brauche und das ist gut so! Aber meinen wir wirklich, was wir sagen? Kann es eventuell sein, dass unsere Lippen das Eine sagen und unsere Taten das Andere? In unserem heutigen Vers, aus dem Markusevangelium haben wir gelesen, dass Jesus frühmorgens aufstand, um zu beten. Denken wir bitte einen Moment ganz bewusst darüber nach, was das überhaupt bedeutet. Der Sohn Gottes, der Gott selber ist, der das ganze Universum erschuf, der, der alle Macht im Himmel und auf Erden hat, stand frühmorgens auf, um zu beten. Er hatte Gemeinschaft mit Gott, dem Vater, im Gebet, weil er das brauchte! Hätte Jesus das nicht gebraucht, hätte er es auch lassen können. Ein Zeichen von wirklicher Abhängigkeit von Gott ist das Gebet. Zudem erkennt man den Zustand des geistlichen Lebens, aus meiner Sicht, nicht an der Häufigkeit der Bibellese, sondern an der Häufigkeit des Gebets. Kann es eventuell sein, dass wir uns all zu oft demütiger darstellen, als wir es wirklich sind, wenn wir von einer Abhängigkeit von Gott sprechen? Ein von Gott abhängiges Leben wird im Gebet gelebt! Wenn wir aber nicht beten, oder anders gesagt, wenn wir nur wenig beten, meinen wir nichts anderes, als das wir Gott nicht brauchen! Wir sind stolz und berufen uns auf unsere eigene unzulängliche Stärke. Wir meinen, es besser zu wissen als der, der alles geschaffen hat. Wir wollen selber entscheiden, wann wir Gott brauchen. Die kleinen Dinge in meinem Leben gehören mir, die schaffe ich auch selber, dafür muss ich nicht beten, aber die großen Dinge in meinen Leben, dafür lohnt es sich kurz vor dem Schlafen gehen, ein kurzes Gebet zu sprechen, wie eine Art “Jesus auf Abruf”.
Jesus brauchte das Gebet! Jesus! Wie viel mehr haben wir es dann nötig, in dem ständigen Zwiegespräch, mit unserem Gott zu stehen.