Andachten

Wir erwarten aber…

Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. (2 Petr 3,13)

Durch die gesamte Kirchengeschichte lässt sich beobachten, dass es immer wieder irrige Sichtweisen betreffs der Eschatologie (=die Lehre der letzten Dinge) gab. Selbst in unseren Tagen gibt es einige wenige, die darauf bestehen, dass Jesus schon wiedergekommen und die letzte Auferstehung schon geschehen ist. Sie behaupten daher konsequenterweise, dass Christen gar nicht eine Erneuerung dieser Welt erwarten sollten, sondern dass diese Welt in ihrem jetzigen Zustand so bleiben wird.

Ähnlich war es zur Zeit des Apostels Petrus. Da gab es falsche Lehrer, die die Behauptung aufgestellt haben, Jesus komme nicht wieder, um diese Welt zu richten, sondern dass die Schöpfung so bleibt, wie sie von Anfang an gewesen ist (2 Petr 3,3-4). Diese Lehre erlaubte es ihnen, moralische Zügellosigkeit zu predigen; die Sache ist klar: Wenn da kein kommendes Gericht folgen wird, dann können wir leben, wie wir wollen!

Wie anders ist doch da die biblische Botschaft, die durch die ganze Bibel bestätigt wird: Jesus wird definitiv wiederkommen und zwar als Herr! Es mag uns so erscheinen, dass seine Wiederkunft hinausgezögert wird – und in der Zwischenzeit kommen deshalb viele auf irgendwelche Sonderlehren – doch das ist nur so, weil der Herr langmütig ist und darauf wartet, dass die Seinen zur Buße gelangen (2 Petr 3,8-9). Und diese Tatsache, dass Jesus sicher wiederkommt lässt bei Petrus folgende Frage aufkommen: Wenn das alles auf diese Weise vergeht, wie wichtig ist es da, dass ihr ein durch und durch geheiligtes Leben führt, ein Leben in der Ehrfurcht vor Gott! (2 Petr 3,11).

Die Tatsache, dass Jesus wiederkommen wird, soll in uns ein brennendes Verlangen entfachen, ihn mit einem heiligen Lebenswandel herbeizusehnen. Wie sollen in einer Erwartungshaltung leben und bis dieser Jesus auf glorreiche Weise erscheint, wollen wir jede Last und Begierde und Sünde ablegen und diesen Lauf mit ausharren laufen, während wir auf Jesus schauen, welcher der Anfänger und Vollender des Glaubens ist (Hebr 12,1-2a). Jedem Menschen, der irgendetwas sehnlichst erwartet, merkt man das an. Merkt man uns an, dass wir erwarten, dass Jesus wiederkommt?

Die Frage ist: Was ist denn so großartig an dieser Wiederkunft? Was erwarten wir konkret? „…nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.“ Diese Erde war durch die ganze Geschichte gezeichnet und geplagt von der Ungerechtigkeit der Menschheit. Unzählige wurden unterdrückt, viele wurden des Lebens nicht für wert geachtet, Zahlreiche mussten ihr Leben lassen aus den verschiedensten Gründen, die Korruption stieg in jeder Generation weiter gen Himmel, die Gottlosigkeit nimmt stetig zu… Ungerechtigkeit über Ungerechtigkeit! Wenn das alles wäre; wenn die Irrlehre einiger tatsächlich stimmen würde, dass Jesus gar nicht wiederkommt, sondern dass alles so bleibt – wir hätten nicht einen Grund zur Hoffnung!

Doch dieser Herr kommt wieder. Und er hat schon im Alten Bund verheißen: „Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde…“ (Jes 65,17ff). Diese Verheißung steht fest. Ein neuer Himmel und eine neue Erde erwartet uns und Gott höchstpersönlich wird dafür sorgen, dass dort nur noch Gerechtigkeit wohnen wird!

Das ist eine geniale Erwartung! Und bis dahin: wie wichtig ist es da, dass ihr ein durch und durch geheiligtes Leben führt, ein Leben in der Ehrfurcht vor Gott!