Andachten

Die Lehren der Gnade – Bedingungslose Erwählung (2/5)

Wir aber müssen Gott allezeit für euch danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an erwählt hat zur Rettung in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, zur Erlangung der Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus (2. Thes 2,13.14)

Mit was haben wir uns empfehlen können, um errettet zu werden? Mit unsrer „demütigen Natur?“ Mit unserer „Einsicht“ und „Bekehrung“? Mit Werken sowieso nicht, aber vielleicht mit unserem „willig sein dem Evangelium gegenüber“?
Mit all dem absolut nicht! Dieses sind alles Dinge, die Gott nach unserer Wiedergeburt an uns wirkte! Womit haben wir uns dann für die Erwählung zur Errettung empfehlen können? Die Antwort ist einfach: mit nichts.

Gottes bedingungslose Erwählung basiert allein in Seinem Willen, dich und mich zu erretten. Doch haben wir etwas zu unserer Errettung beigetragen? Ja, sogar jede Menge! Wir sind weggelaufen, widerspenstig gewesen, abgrundtief böse und verstockt waren wir. Das war deine und meine Bewerbung für unsere Errettung zum Heil. Ohne diese könnte Gott niemals Gnade erweisen, denn Gnade kann nur jemand erfahren, der völlig konträr zu Gott steht und keinen Funken Anziehung zum Evangelium verspürt.

Leider gibt es in Bezug auf die bedingungslose Erwählung ein gewaltiges Missverständnis in den Gemeinden. Gott erwähle zwar, aber dies tut Er im Hinblick auf „die Werke der Gläubigen“ oder „dass sie im Dienst stehen können“. Der heutige Vers zeigt auf, dass Gott zum Heil erwählt – und dass Werke, Dienste, Früchte usw.  Folgen aus der Erwählung zur Errettung sind, welche erst mit der Erneuerung unserer Seele zum Ausdruck kommen.

Welche Auswirkungen hat denn nun das Bewusstsein der bedingungslosen Auserwählung auf unser Glaubensleben? Ist es denn so wichtig, dass wir uns dieser Wahrheit bewusst sein sollen?
Johannes Calvin (1509 – 1564) beschreibt die Auswirkungen des Festhaltens an der Erwählung auf uns Gläubige mit drei Worten: Gewissheit, Demut und Dankbarkeit.

Ohne das Bewusstsein der souveränen Erwählung Gottes hätten wir nichts von alledem in der Ausprägung, wie es sich einem Kind Gottes seinem erlöser gegenüber gebührt:

  • Wir hätten keine Gewissheit des Heils,  da unser Herz uns immer wieder verurteilt und uns in wankelmütigen Zeiten die Gewissheit rauben würde.
  • Wir hätten nicht die gottgemäße Demut, da wir bei der Erlösung schließlich unser „ja“ dazugaben und somit synergistisch bei unserer Erlösung mitwirkten.
  • Wir hätten nicht die gebührende Dankbarkeit in der tiefen Dimension eines Paulus, da ein stückweit unsere letztendliche Entscheidung „zu Christus zu kommen“ doch maßgeblich an in unserer Macht läge.

Bedingungslos erwählt zu sein bedeutet schlichtweg: Gnade! Unverdiente Gnade!
Gnade kann durch keine Tat von dir und mir vergrößert werden oder durch keine Tat von dir und mir geschmälert werden.

Hast du den Stellenwert der unerschöpflichen Gnade Gottes bereits erfahren?