Andachten

Wovor die Weisheit schützt

Höre, mein Sohn, und nimm meine Reden an, und die Jahre des Lebens werden sich dir mehren. Ich unterweise dich im Weg der Weisheit, leite dich auf Bahnen der Geradheit. Wenn du gehst, wird dein Schritt nicht beengt werden, und wenn du läufst, wirst du nicht straucheln. Halte fest an der Unterweisung, lass sie nicht los; bewahre sie, denn sie ist dein Leben. Begib dich nicht auf den Pfad der Gottlosen und beschreite nicht den Weg der Bösen. Lass ihn fahren, geh nicht darauf; wende dich von ihm ab und geh vorbei. Denn sie schlafen nicht, wenn sie nichts Böses getan haben, und ihr Schlaf wird ihnen geraubt, wenn sie nicht [jemand] zu Fall gebracht haben. Denn sie essen Brot der Gottlosigkeit und trinken Wein der Gewalttaten. Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis zur Tageshöhe. Der Weg der Gottlosen ist dem Dunkel gleich; sie erkennen nicht, worüber sie straucheln. (Sprüche 4,10-19)

Die siebte Lektion, die der Lehrer seine Schüler über die Weisheit lehren möchte, beginnt wieder mit einer eindringlichen Aufforderung, das Gelehrte anzunehmen und daran festzuhalten. Der Punkt dieser Lektion ist moralisch und kann zusammengefasst werden mit den Worten: „Verabscheue das Böse.“

Der Lehrer beschreibt den Weg der Bösen, bzw. den Pfad der Gottlosen, den es strikt zu vermeiden gilt. Die Begründung liegt in der Natur der Gottlosen. Sie tun unermüdlich Böses und heucheln, indem sie vorgeben, besser zu sein als sie eigentlich sind („sie essen Brot der Gottlosigkeit und trinken Wein der Gewalttaten“). Ich denke, dass uns dieser Abschnitt nicht dazu auffordet, uns von der Gesellschaft mit gottlosen Menschen zurückzuziehen, was auch schwer möglich wäre, sondern er ermahnt uns, uns nicht so zu verhalten wie die Gottlosen, deren Weg im Verderben enden wird. Die Weisheit ist eine wirksame Kraft, sündige, Gott entehrende Verhaltensweisen zu überwinden und uns rein von Gottlosigkeit zu halten. Im Umkehrschluss wird sie und also in die Nähe Gottes führen und uns helfen, nach seinem Willen zu leben.

John MacArthur entnimmt diesen Versen vier einfache Prinzipien für den Umgang mit Sünde:

1. Meide sündige Situationen.
2. Überschreite nicht die Grenze zur Sünde, sondern halte dich von ihr so weit wie möglich entfernt.
3. Weiche von der Sünde.
4. Gehe an ihr vorüber oder fliehe vor der Sünde.

Stellen wir uns bei diesen Prinzipien die Frage, welche Situationen oder Versuchungen uns zum Verhängnis werden können und uns zum sündigen führen können (sei es das Sündigen mit Worten, mit Gedanken oder Taten).

Die Sprüche (18/100)