Andachten

Die Lehren der Gnade – persönliche Sühne (3/5)

Wegen des Vergehens seines Volkes hat ihn Strafe getroffen. (Jes 53,8b)
Gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele. (Mt 20,28)

Eine herrliche Wahrheit ist diejenige, dass Jesus nur für Seine Kinder (Auserwählten) gestorben ist.
Kein Tropfen Blut ist an seinem Ziel vorbei geflossen, denn Christus rettete diejenigen, welche Ihm Sein Vater gegeben hat. Häufig evangelisieren Prediger wie folgt: „Glaube an Jesus, er ist für dich gestorben, du musst nur zu ihm kommen!“ Dazu sage ich nur: Gut gemeint – falsch gemacht!
J. I. Packer hat nämlich zutreffend darauf hingewiesen, dass die Aussage „Christus starb für dich“, die bei heutigen Evangelisationen so häufig gebraucht wird, in keiner Predigt in der Bibel zu finden ist.

Jesus starb nicht pauschal für Sünder, Jesus starb für diejenigen, welche Sein Vater ausersehen hat. In keiner der Predigten im Neuen Testament wird verkündet, dass Jesus für alle potentiell starb, sondern dass er konkret starb, um zu erlösen.
Die Herausforderung ist diejenigen an den Hörer: Glaubst du ihm? Erkennst du, dass Du ein Sünder bist und Christus brauchst? Alle, die dies nicht für notwendig halten, denen gilt das Opfer der Erlösung nicht!
Diese Vorkehrung des Opfers war nur für die zu Erlösenden gedacht.

John Benton zeigt dem Gläubigen vier Gründe auf, weswegen diese konkrete Sühne uns so wertvoll zu sein hat:

1. Der Christ darf wissen: Er ist mit Sicherheit gerettet! Jesu Blut ist schließlich für einen persönlich wirksam geworden!
2. Alle Gesetzlichkeiten und weitere Handlungen zum Bestehen vor Gott erhalten ihren Todesstoß!
3. Jesu Blick für den Einzelnen wird zu einem enormen Trost, da das größte Werk auf Erden für Einzelne galt!
4. Der Christ darf Heilsgewissheit haben in Zeiten der Anfechtung und Zweifel!

Für uns soll dies insofern tröstlich sein, dass wir folgendes erkennen dürfen: Wenn Jesus Christus für mich persönlich gestorben ist und mich vor Grundlegung der Welt auserkoren hat, so ist es Gott ein Kleines, mich auch im Alltag zu sehen, Vorkehrungen für meine Probleme, Sorgen und Ängste zu treffen, Vorkehrungen und den Ausgang des Ungewissen für mich zu bereiten. Das ist enorm ermutigend und beruhigend, da Er den Ausgang kennt! Christus schaffte eine persönliche Erlösung und wird für uns im Alltag auch keine pauschalen sondern persönliche Wege gehen.

Abschließend möchten wir mit einem Einwand aufräumen, der so häufig im Raum steht. Vielleicht fragst auch du dich jetzt: Wie soll ich denn das Evangelium weiter geben, wenn ich doch nicht weiß, ob Christus für mein Gegenüber gestorben ist!?

Auf diese sicherlich häufig gestellte Frage, möchten wir mit nichts Geringerem als den Worten des „Fürsten der Prediger“ antworten. C.H. Spurgeon war mit selbiger Thematik ebenfalls konfrontiert und klärt als begnadigter Verkündiger wie wohl kein anderer dieses angebliche Spannungsfeld auf.

Um die Kontroverse zu beenden, möchte ich noch eine Frage beantworten. Sage mir: Für wen starb Christus nun wirklich? Beantworte mir einige wenige Fragen und ich werde dir sagen, ob er für dich starb. Brauchst du einen Erlöser? Merkst du, dass du einen Erlöser brauchst? Bist du dir heute Morgen deiner Sünden bewusst? Hat dich der Heilige Geist von deinem verlorenen Zustand überführt? Dann starb Christus für dich und du wirst errettet werden. Bist du dir heute Morgen bewusst, dass du in dieser Welt keine Hoffnung hast außer Christus? Bist du dir im Klaren, selber kein Sühneopfer bringen zu können, das Gottes Gerechtigkeit Genüge tut? Hast du jegliches Selbstvertrauen aufgegeben? Und kannst du auf Knien sagen: »Herr, rette mich oder ich komme um«? Dann starb Christus für dich. […]
[…] Deine einzige Frage lautet: »Starb Christus für mich?« Darauf können wir nur antworten: »Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten.« Kannst du deinen Namen auf die Liste der Sünder setzen – nicht zu denen, die gerne Sünder sind, sondern zu jenen, die es spüren, beklagen, darüber trauern und deshalb Gnade suchen? Bist du ein Sünder? Ein Sünder, der das fühlt, weiß und bekannt hat? Du bist jetzt eingeladen zu glauben, dass Christus für dich gestorben ist, weil du ein Sünder bist. Werfe dich auf diesen großen, festen Felsen und finde ewige Sicherheit in dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Schlussendlich ist es eine Frage des Gehorsams, den wir Gott gegenüber erbringen.
Lasst uns also mit den Worten des Jesajas antworten: Hier bin ich, sende mich! (Jes 6,8)