Andachten

Gott achtet auf jedes Detail

„Daraufhin erließ der König Darius einen Befehl, und man forschte in Babel nach im Urkundenhaus, wo man die Schätze niederlegte. Und es wurde zu Achmeta, in der Festung, die in der Provinz Medien liegt, eine Schriftrolle gefunden, und darin war Folgendes geschrieben: …“ (Esra 6,1.2)

Nachdem Gott, durch seine Propheten Haggai und Sacharja, den Juden in Juda und Jerusalem geweissagt und diese mit neuem Mut den Bau des Tempels wieder aufgenommen hatten, dauerte es nicht lange bis sie erneut auf Widerstand stießen. Doch dieses Mal hatten sie es nicht mit offenkundigen Feinden des Volkes Israel zu tun, sondern mit der Staatsgewalt des Landes jener Zeit. Und so kam es, dass Tattenei, der Verwalter jenseits des Stromes und seine Gefährten zu den Juden kamen und von ihnen Rechenschaft über das Werk, das sie taten, verlangten. Sollte es einen erneuten Baustopp geben? Würde sich die ganze Geschichte wiederholen?

Mitten in dieser schwierigen Situation lesen wir eine wunderbare Ermutigung, die im Vers 5 steht und die auch stellvertretend über dieses Buch Esra und allgemein über die ganze Bibel gestellt werden könnte:
Aber das Auge ihres Gottes war auf die Ältesten der Juden gerichtet, …
Erneut können wir sehen, dass Gott seine Diener nicht alleine oder im Stich lässt. Gott ist es der über allem wacht und alles so ausführt wie es ihm gefällt. Welche Auswirkungen, auf das Volk und ihren Dienst hat nun die Tatsache, dass Gottes Auge auf die Ältesten der Juden gerichtet war? Der erste Aspekt ist der, dass die Juden während der Zeit der Verhandlungen mit dem König Darius an dem Tempel weiter arbeiten dürfen. Es gibt keine weiteren Verzögerungen, was den Dienern Gottes sicher Mut gab, da sie nicht erneut mit Waffengewalt am Dienst gehindert wurden.

Neben dieser offensichtlichen Auswirkung, gibt es noch zwei weitere Details, die nicht direkt mit dem Vers fünf in Verbindung stehen aber dennoch Gottes Handeln nahe legen. Da wäre z.B. die Tatsache, dass sich die Juden nun an das Gebot des König Kyrus erinnerten, der ihnen als größte menschliche Autorität den Auftrag gegeben hatte. Warum hatte niemand von den Juden diese Tatsache beim König Artahsasta, der den Baustopp angeordnet hatte, erwähnt? Offensichtlich hielt es Gott für das Beste, dass die Juden die gegenwärtige Regierung erst jetzt auf das Gebot jenes König verwiesen, obwohl sie anscheinend kein Beweis für ihre Behauptung hatten, da sonst nicht erst der König im Schatzhaus danach suchen lassen müsste.
Was uns auch zu den heutigen Versen und zu einer wunderbaren Erkenntnis führt, dass Gott nicht nur grob über Dinge Bescheid weis, die in der Welt geschehen, sondern dass er jedes kleine Detail der Geschichte bedacht hat. Denn wie ist es ansonsten zu erklären, dass zwischen all den Schätzen von Babel, neben den ganzen kostbaren Gegenständen und hunderten von Schriftrollen auch eine Schriftrolle gefunden wurde, die genau das bestätigt, was die Obersten des Volkes als Antwort dem Tattenei gegeben hatten? Gott hatte auch an dieses kleine aber wichtige Detail geachtet, sodass die Ankläger keinen Grund mehr hatten, um weiter gegen den Bau vorzugehen, denn er war ja tatsächlich vom König angeordnet worden. Nicht dass Gott auf diese Schriftrolle angewiesen wäre, doch zeigt es deutlich, wie genau Gott plant und wie er alles führt und lenkt.

Das darf auch Gottes Kindern Mut geben und uns ruhig machen, da wir wissen, dass es bei Gott keine Zufälle gibt, er jede einzelne Situation in unserem Leben sieht und schon einen Ausweg für uns bereitet hat.