Andachten

Die Lehren der Gnade – Sicherheit der Gläubigen (5/5)

 

Indem ich eben dessen in guter Zuversicht bin, dass der, welcher ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollführen wird bis auf den Tag Jesu Christi. (Phil 1,6)

Dies aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferwecke am letzten Tage. (Joh 6,39)

Heute erleben die Lehren der Gnade ihren Höhepunkt. Sämtliche Schritte, angefangen von der Verdorbenheit des Menschen, hin über die souveräne Erwählung Gottes, weitergehend zur persönlichen Sühne für den Sünder, welcher unter der wirksamen Gnade Gottes schlussendlich kapitulieren wird, erreicht die Tulpe ihr volles Maß an Schönheit: Der Gläubige darf sich in Jesu Armen sicherlich geborgen und ans Ziel geführt wissen!
Warum ist dieses letzte Kapitel der Lehren der Gnade (doctrines of grace) so unheimlich wichtig und keineswegs zu vernachlässigen? Schauen wir uns die Antwort mal aus Sicht der unsichtbaren Welt an:
Was wäre es denn aus Satans Sicht für ein Werk, wenn es zwar anfängt, aber das Ende vakant schwammig wäre oder womöglich gar nicht erst nicht schafft? Was wäre das für ein Hirte, der zwar Schafe hat, aber diese nicht in die ewigen Weideplätze führen würde? Es wäre ein jämmerliches Werk auf wackeligen Beinen mit einem unvorsichtigen Hirten, dem mal ein Schaf durch die Finger gleitet.

Doch diesen Gefallen tut unser Gott der Hölle keineswegs! Gott lässt Seinen heiligen Namen nicht verhöhnen, indem Sein Werk an seinen Kindern nicht erfolgreich zu Ende geführt wird! Schlussendlich ist es Seine Ehre die auf dem Spiel steht und um nichts geringeres geht es beim wundervollen Heilsratschluss, den Gott vor Ewigkeiten bereits gefasst hat.

Aus Gottes Perspektive ist diese Sache absolut klar: Ein völlig verdorbener Sünder ist da, er wird bedingungslos erwählt, bekommt persönlich seine Errettung, dieser widersteht er nicht und wird sicher ins Ziel gebracht. Das ist das komplette Evangelium der Gnade!
Wie sollte Gott hierbei auf der Zielgeraden versagen? Es ist unmöglich! Wir wären sogar im Islam oder den primitiven Dschungelreligionen besser aufgehoben, wenn Christus Sein Werk nicht souverän vor Grundlegung der Welt bereits geplant hätte.

Ich bin so dankbar, dass ich mich nicht selber ans Ziel bringen muss, sondern der Weg bereits sicher gebahnt ist. Dies lässt mich ohne Angst in Freude leben, dienen und verkündigen, denn Satan hat keinen Anteil mehr an mir. Aus Dankbarkeit heraus will somit ein errettetes Kind niemals seine Überzeugung aufgeben und fahrlässig leben, denn Christus lebt Seine neue Kreation nun durch und durch.
Es gibt keine größere Ruhe als diese: Gott hat uns schon hier auf Erden miterben lassen und betrachtet uns juristisch bereits als Himmelsbürger! (Eph 2,6)

Leider gibt es zahlreiche, bekennende Christen, welche der Heilssicherheit ablehnend gegenüber stehen.

J. C. Ryle schreibt hierzu:

Viele scheinen nicht zu verstehen, dass es einen Unterschied zwischen Rechtfertigung und Heiligung gibt. Unsere Rechtfertigung ist ein vollkommen abgeschlossenes Werk, bei dem es keine Stufen gibt. Unsere Heiligung ist ein unvollkommenes Werk und wird es auch bis zur letzten Stunde unseres Lebens auch bleiben.

Lasst uns dieser Wahrheiten der Gnade Gottes nie müde werden und diese stets verteidigen – es ist die Basis unseres Glaubens.