Andachten

Arbeiten und Kämpfen

Und die Lastträger trugen ihre Last folgendermaßen: Mit der einen Hand arbeiteten sie am Werk, während die andere die Waffe hielt. Und von den Bauleuten hatte jeder sein Schwert um seine Hüften gegürtet, so bauten sie.
Nehemia 4,11-12

 

Nach viel Ringen im Gebet hatte Nehemia eine Berufung von Gott bekommen: die Mauern Jerusalems wieder aufzubauen, damit die Juden nicht mehr verachtet werden und Gottes Name dadurch entehrt wird (Jerusalem war viele Jahre zuvor von den Babyloniern zerstört worden). Gott schenkte günstige Umstände und die Gunst des persischen Königs, dessen Mundschenk Nehemia war und Nehemia trat die weite Reise nach Jerusalem an.

Dort angekommen ermutigte er die Juden zum Mauerbau, die dann auch freudig mit anpackten. Doch dann regte sich Widerstand. Die Heiden der Umgebung hassten die Juden und wollten mit aller Macht verhindern, dass Jerusalem, einst der ganze Stolz der Jüdischen Nation, wieder aufgebaut wird. Sie schlossen sich bald zusammen um die „große Baustelle“ anzugreifen und zu zerstören. Nehemia erfährt davon und bewaffnet seine Bauarbeiter.

Die beiden oben genannten Gruppen stachen mir beim Lesen besonders ins Auge. Die Lastträger als auch die Bauarbeiter haben eine zweigeteilte Aufgabe: Kämpfen und Arbeiten. Während sie treu ihrer täglichen Aufgabe nachgehen, müssen sie dennoch stets bereit sein, für das zu kämpfen, was Gott ihnen als Aufgabe anvertraut hat und die gute Sache verteidigen.

Geht es uns Christen nicht auch so? Wir tragen die Last des täglichen Dienstes und bauen am Reich Gottes – mit dem Schwert an unserer Hüfte oder in unserer Hand. Es gibt Zeiten des Friedens, wo Gottes Werk gedeiht und wir uns ganz der Arbeit widmen können, doch es gibt auch Zeiten, wo das Schwert gezogen werden muss und wir für den Glauben und die Wahrheiten Gottes einstehen müssen. Auch gilt es den Glauben gegen falsche Lehren und weltliche Ansichten zu verteidigen. Wirklich zur Ruhe kommen wir hierbei nicht, stets gilt es wachsam zu sein.

Unser Kampf ist hierbei nicht in erster Linie gegen Menschen gerichtet, sondern gegen Gewalten, Mächte und die Weltbeherrscher dieser Finsternis, die geisitgen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt (Eph. 6,12) sowie gegen unser eigenes Fleisch, das wir zerschlagen (1. Kor 9,27). Mit unserer Arbeit bauen wir nicht an einer irdischen Mauer, sondern an der Gemeinde Gottes und an seinem Reich.

Viel muss in diesem Krieg erduldet werden. Die Lasten sind schwer und es gibt viel zu tun. Oft erscheint es, als wären es zu wenig Arbeiter für das Werk, dass es auszuführen gilt. Anfeindung treffen die Arbeiter Gottes zusätzlich.

Doch brauchen wir nicht zu verzagen! Gott selbst ist es, der die Kraft zu Kampf und Arbeit gibt und auch Gelingen schenkt. Von Nehemia wissen wir, dass die Mauer nach 52 langen, anstrengenden Tagen fertig wurde. Auch wir werden einmal mit unseren Mühen ans Ziel kommen. Jesus wird wiederkommen und das Werk vollenden, an dem er durch uns arbeitet. Dieses Werk wird zur Ehre Gottes gereichen.

Bitten wir Jesus heute neu, uns zu helfen, aus seiner Kraft zu kämpfen und zu arbeiten. Möge er uns Unterscheidungsvermögen geben, wann wir kämpfen und wann wir arbeiten sollen und auch die Gabe, beides voneinander zu unterscheiden. Möge er uns aber auch helfen, unsere Waffen in Zeiten des Friedens nicht gegeneinander zu richten, sondern einmütig in seinem Werk zu stehen, zu seiner Ehre!