Andachten

Hasst du die Unterweisung?

Halte fern von ihr deinen Weg und nähere dich nicht der Tür ihres Hauses; damit du nicht anderen deine Blüte gibst, und deine Jahre dem Grausamen; damit nicht Fremde sich sättigen an deinem Vermögen und dein mühsam Erworbenes nicht in das Haus eines Ausländers kommt und du nicht stöhnst bei deinem Ende, wenn dein Fleisch und dein Leib dahinschwinden, und sagst: Wie habe ich die Unterweisung gehasst, und mein Herz hat die Zucht verschmäht! Und ich habe nicht gehört auf die Stimme meiner Unterweiser und mein Ohr nicht zugeneigt meinen Lehrern. Wenig [fehlte], so wäre ich in allem Bösen gewesen, inmitten der Versammlung und der Gemeinde. (Sprüche 5,8-14)

Im Anschluss an die Warnung vor dem fremden Frau, die wir uns in der letzten Woche anschauten, folgt nun eine Auflistung der Konsequenzen, die entstehen, wenn der Schüler nicht bereit ist, die Warnung anzunehmen oder anders gesagt, wenn er unbelehrbar ist. In diesen Versen wird somit das Profil eines Ehebrechers gezeichnet, der – fortgerissen durch seine eigene Begierde (vgl. Jak 1,14) – seine Blüte, seine ganze Lebenskraft verloren hat, dessen  irdische Güter dahin sind und seine Zukunft perspektivenlos und leer aussieht. Durch das Brechen des von Gott eingesetzten Ehebundes, verstößt man gegen die Rahmenbedingungen des Schöpfers, die dem Menschen zu seinem Besten gegeben wurden, und das Leben trägt unweigerlich seine schlimmen Folgen davon. Manche empfinden sie früher, manche später, manche intensiver, manche weniger intensiv, manche können sie besser kaschieren und es so aussehen lassen, als wäre alles in bester Ordnung, manche können das weniger gut. Ehebruch raubt Lebensfreude und in vielen Fällen auch materiellen Wert.

Dieses Prinzip lässt sich auch auf die Gedankenwelt des Christen übertragen. Jesus lehrte, dass jede Sünde bereits in den Gedanken beginnt und unsaubere, sexuelle unmoralische Gedanken tragen ebenso ihre Folgen davon und stören die Gemeinschaft mit Gott und rauben damit auch unsere Lebensfreude. Durch Selbstbefriedigung und Pornographiekonsum wird man beziehungsunfähiger, weil sich das Muster festsetzt, dass es auch bei der Sexualität in erster Linie um die eigene Befriedigung geht. Man wird darauf konditioniert. Aber viel schlimmer ist, dass man gegen den heiligen Gott sündigt und seinen in der Schöpfung wunderbar eingesetzten Rahmen für die Sexualität missachtet.

Eine weitere Folge sind die Gewissensbisse, die darauf folgen, wenn man die eigene Notlage erkennt, in die einen der Ehebruch gebracht hat. Doch diese kommen dann zu spät. Es kann einen zerfressen, wenn man an seine Fehler zurückdenkt und sagt: “Hätte ich doch nur (nicht) …”, insbesondere dann, wenn man davor gute Ratschläge von erfahrenen und wohlmeinenden Personen erhalten hat.

Im speziellen geht es in diesen Versen natürlich immer noch um den Ehebruch mit der fremden Frau, allerdings können wir diese Unbelehrbarkeit auf allerlei Bereich übertragen. Wir stehen immer in der Gefahr, Unterweisung zu verachten, ja, zu hassen. Vielleicht ist der Grund dafür unser Stolz, unsere Bequemlichkeit oder andere Dinge. Doch wenn wir dieses Beispiel sehen, soll uns das dahin bringen, belehrbar zu werden. Darum folgen zum Abschluss einige Fragen, die man sich zur Selbstreflexion stellen kann:

  • Wer sind in deinem Leben Personen, die dich aus ihrer Erfahrung, ihrer reichen Bibelkenntnis und ihrer Weisheit belehren können?
  • Welche Ratschläge hast du früher in den Wind geschlagen und wohin hat dich das geführt?
  • Welche Lebenssituation, in der du im Moment stehst, erfordert gute Ratschläge und was tust du, um solche Ratschläge zu bekommen?

Die Sprüche (21/100)