Andachten

Jesus in der Marketingabteilung

Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach.
‭‭(Lukas‬ ‭9,23‬) ‭

und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.
‭‭(Lukas‬ ‭14,27)‬ ‭

Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tode überliefern, und der Vater das Kind; und Kinder werden sich erheben wider die Eltern und sie zum Tode bringen. Und ihr werdet von allen gehaßt werden um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, dieser wird errettet werden.
‭‭(Matthäus‬ ‭10,21.22‬) ‭

Glücklich zu preisen seid ihr, wenn ihr um des Menschensohnes willen gehasst und ausgestoßen werdet und wenn man euch um seinetwillen beschimpft und euren Namen in den Schmutz zieht. Freut euch, wenn das geschieht; tanzt und springt vor Freude! Denn im Himmel wartet eine große Belohnung auf euch. (Lukas 6,22.23)

Weh euch, wenn alle Leute gut von euch reden! (Lukas 6,26)

Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen. (Johannes 15,20)

[…]

Das ist nicht der übliche Weg, Anhänger zu gewinnen! Wenn wir heute einen wie Jesus in der Marketingabteilung hätten, würde er womöglich nicht länger als einen Tag in dieser Abteilung bleiben, ohne gefeuert zu werden. Denn die heutige Werbung ist darauf aus, den Kunden einen Mehrwert einzureden. Sie will die Kunden von etwas überzeugen, das sie brauchen und dieses sogar zu einem besonders günstigen Preis. Den Kunden wird ein Vorteil versprochen. Nur das Gute wird hervorgehoben. Sie wollen die Kunden ködern.

Jesus machte aber genau das nicht. Jesus versprach seinen Jüngern nicht alle möglichen Vorteile und die Verwirklichung ehrgeiziger Pläne. Was er ihnen zu bieten hatte, war Mühsal, Bedrängnis und sogar der Tod. Man könnte meinen, angesichts solch düsterer Perspektiven, gäbe es kaum Nachfolger. Aber nein! Immer wieder sind Menschen auf diese Herausforderung eingestiegen. Die Geschichte hat Jesus und seiner Werbemethode recht gegeben und es gab bis heute eine große Menge von Nachfolgern. Doch heute predigt man leider oft so: Man beginnt mit einem weit geöffneten Scheunentor und hofft, auf diese Weise möglichst viele für Gottes Sache zu begeistern. Man spricht von Frieden, von Liebe, von Glück, von Heilung und von Wohlergehen auf der ganzen Linie. Der Eingang ist weit und attraktiv und viele werden den ersten Schritt machen. Aber bald müssen sie entdecken, dass der Weg schmaler wird, unbequemer, dass da auch von Sünde und Buße die Rede ist, von Gehorsam und Disziplin und das Ergebnis ist leider, dass es vielen zu beschwerlich wird und sie wieder umkehren.

Besser wäre das umgekehrte Vorgehen: Der Eingang erscheint eng und schmal (Jesus spricht von der „engen Pforte“, Matthäus 7,14). Aber wenn man erst einmal so mutig gewesen ist, einzutreten, entdeckt man einen weiten Raum, wachsende Freiheiten, ungekannte Schätze und eine unbändige Freude. Mit einem Wort: Man entdeckt das Leben. Man gewinnt das Leben und das unabhängig von den Umständen!

Ein Leben in der Nachfolge heißt nicht, dass es uns danach menschlich gesehen besser gehen wird, indem wir z.B. mehr Wohlstand oder Gesundheit haben. Aber ein Leben in der Nachfolge Jesu, lässt uns wieder die Rolle einnehmen, für die wir eigentlich geschaffen worden sind – Jesus zu ehren! (Römer 11,36 ; Kolosser 1,16.17) Das ist unsere Bestimmung und darin finden wir wahre, tiefe und echte Freude, auch wenn die Nachfolge beschwerlich sein kann.

Die Nachfolge Christi mag schwer sein, aber sie führt uns zu dem schönsten Ort, den es nur gibt: das Reich der Himmel, welches viel mehr wert ist als alles andere auf der Welt (Matthäus 13,44).