Andachten

Jesu Ausrüstung seiner Jünger (1/7)

Den ersten Bericht habe ich verfasst, Theophilus, von allem, was Jesus angefangen hat, zu tun und auch zu lehren, bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er sich auserwählt, durch den Heiligen Geist Befehl gegeben hatte. (Apg 1,1-2)

Viele Verbrechen werden niemals aufgeklärt, viele Opfer bzw. Angehörige werden jahrelang oder sogar zeitlebens in Ungewissheit bleiben. Sie erfahren nie, wer der Täter war, viele Urteile werden niemals gefällt, ein Schuldiger wird nie ausgemacht – und all dieses nur, weil ein Tatvorgang nicht mehr genau hergeleitet werden kann.

Doch woran liegt‘s in den meisten Fällen? Es fehlen Zeugen!

Keiner war da, der objektiv, sicher und gradlinig berichten konnte, sodass saubere Urteile gefällt werden können und Gerechtigkeit gewirkt werden kann.

Dabei liegt auf den Zeugen vor Gericht eine enorme Last. Sie sind häufig das Zünglein an der Waage, sie werden bedroht, angezweifelt, angeschrien und im Kreuzverhör kritisch hinterfragt. Manchmal werden sie auch bestochen, etliche kommen sogar in ein Zeugenschutzprogrammen, da sie bedroht und erpresserisch verängstigt werden.

Unser Herr Jesus wusste, was Zeugen mitmachen müssen! Er wusste aber auch, was für Menschen er drei Jahre lang formte, die er jetzt als Zeugen für das einzigartigste Leben – nämlich Sein Leben – zurück lassen wird. Nicht umsonst nennt Lukas in Apg 1,8 die Apostel auch Zeugen!

Dabei waren Jesus zwei Dinge über Seine zukünftigen Zeugen wohl bekannt:

1. Sie sind mit zahlreichen Schwachheiten behaftet

  • Zweifel (Philippus hatte Angst, das Geld reicht bei der Brotvermehrung nicht aus)
    Pessimismus (Thomas, „lasst uns mit gehen, dass wir mit ihm sterben“)
  • Unglaube (Thomas nach Auferstehung, aber auch die anderen)
  • Angst (alle flohen, Markus sogar nackt, alle versteckten sich im Obergemach)
  • Menschenfurcht & Missgunst (Petrus am Feuer und am See betreffs Johannes)
  • Jähzorn (die Donnersöhne Jakobus & Johannes)
  • Materialismus (sehnten sich nach einem Reich auf Erden)
  • Geldliebe (Matthäus vor Berufung, Judas, er krepierte sogar daran)
  • Contenance (Simon der Zelot, Petrus mit dem Schwert)

 
2. Sie müssen schwierige Aufgaben erledigen:

Es gilt taugliche Mitarbeiter zu finden, Streitigkeiten zu lösen, Konflikte zu bewältigen, Widrigkeiten zu überstehen, Schläge und Bedrückung auszuhalten sowie Jesu große, hinterlassene Fußstapfen dienlich für sein Reich ausfüllen.

Für all diese Aufgaben rüstet Jesus seine Zeugen jetzt aus, da er zum Vater in den Himmel auffährt.

Bevor wir uns in der Serie die Rüstwerkzeuge aus Apg 1,1-11 anschauen, sei uns heute gesagt: Unser Herr hat seinen Aposteln (und auch uns) den Auftrag hinterlassen, Sein Werk auf Erden weiter zu führen. Hierbei sind wir nicht verweist zurück gelassen worden oder ins kalte Wasser geschmissen worden, denn die Aufgabe und das Werk sind viel zu wertvoll.

Die Frage stellt sich nun dir und mir: Bist du überhaupt bereit Zeuge zu sein und von dem zuberichten sowie weiter zu geben, was an DIR getan wurde?