Andachten

Wasser aus dem eigenen Brunnen

Trink Wasser aus deiner Zisterne und Fließendes aus deinem Brunnen. Mögen nach außen sich ergießen deine Quellen, [deine] Wasserbäche auf die Straßen. Dir allein sollen sie gehören, und nicht Fremden mit dir. Deine Quelle sei gesegnet, und erfreue dich an der Frau deiner Jugend, der lieblichen Hirschkuh und anmutigen Gämse – ihre Brüste mögen dich berauschen zu aller Zeit, taumle stets in ihrer Liebe. Und warum solltest du, mein Sohn, an einer Fremden taumeln und den Busen einer Unbekannten umarmen? (Sprüche 5,15-20)

Wir befinden uns immer noch in der neunten Lektion, in denen es um die Beziehung zwischen den Geschlechtern geht. Dieser Abschnitt schließt sich an die Warnung vor der fremden Frau an. Er spricht über die Freude und die Heiligkeit eines reinen Ehelebens und das in einer sehr bildhaften Weise, die an die Sprache des Hohelieds erinnert.

Der Schüler wird ermahnt, Wasser aus seiner eigenen Quelle zu trinken, sprich, sein eheliches Glück und auch seine sexuelle Befriedigung nur in der Beziehung zu seiner eigenen Frau zu finden. Das Trinken aus jeder anderen „Quelle“ mag vielleicht verlockend aussehen, wird aber einen äußerst bitteren Nachgeschmack hinterlassen, da es sich außerhalb der guten Gebote des Schöpfergottes befindet. Der Lehrer wünscht seinem wohl schon verheirateten Schüler, dass seine sexuelles Verlangen für immer allein auf die Frau seiner Jugend (i.e. die Frau, die er in seinen jungen Jahren geheiratet hat – zu dieser Zeit war eine frühe Heirat üblich) gerichtet ist.

Die rhetorischen Fragen am Ende des Abschnitts zeigen, wie dumm es eigentlich ist, sich im Bereich der Sexualität nicht an den von Gott festgesetzten Rahmen der Ehe zu halten. „Warum sollte irgendjemand das tun?“ Schnelle Befriedigung der Lüste, Spaß und Abwechslung, usw. sind nicht mal annähernd gute Gründe seine Sexualität so billig herzuschenken und sich auch noch beziehungsunfähig zu machen. Wahre Freude und echtes lebendiges Wasser fließt nur aus der Quelle, die Gott bereitet. Das gilt in jedem Bereich des Lebens aber insbesondere im Bereich der Sexualität. Doch leider betrügen wir uns so leicht selbst und meinen, dass die nächste Erfüllung unseres spontanen Wunsches, echte Zufriedenheit bietet oder uns fehlt die Kraft, in Versuchungen standhaft zu bleiben. Wir sollten uns darum unserer Abhängigkeit von Gott bewusst werden und ihn bitten, dass er auch der Herr über unser Verlangen nach Ehe und Sexualität ist und dass er uns die Kraft gibt, nach seinem guten Willen zu leben.

Die Sprüche (22/100)