Andachten

Das Herz des Königs

„Gepriesen sei der Herr, der Gott unserer Väter, der solches in das Herz des Königs gegeben hat, um das Haus des Herrn herrlich zu machen, das in Jerusalem ist, und der es gefügt hat, dass ich Gnade gefunden habe vor dem König und seinen Räten und allen mächtigen Obersten des Königs! Ich aber, ich fasste Mut, weil die Hand des Herrn, meines Gottes, über mir war, und ich versammelte einige von den Familienoberhäuptern aus Israel, dass sie mit mir hinaufzögen.“ (Esra 7,27.28)

Nachdem wir in den ersten Versen dieses Kapitels einige Informationen zu der Person Esra erhalten haben, finden wir in dieser Textstelle noch eine Eigenschaft des Esra, die ihn zu einem brauchbaren Werkzeug in Gottes Hand machte. Doch um zu verstehen, was so besonders an der Aussage des Esras in diesen beiden Versen ist, müssen wir noch kurz auf die Verse davor eingehen.

Esra gibt uns den Inhalt des Briefes wieder, den er vom König Artahsasta mit auf den Weg bekommen hatte. Darin wird überaus deutlich, wie reich Esra und das Volk, von Gott durch den König, beschenkt wurden. Wenn man den Brief liest wird einem schnell klar, dass es da nicht nur um Taschengeld ging, sondern um sehr hohe Summen an Gold und Silber. Vielleicht kann man es mit mehreren Millionen oder Milliarden Euro vergleichen, die jemand vom Staat für ein bestimmtes Projekt zur Verfügung gestellt bekommt. Doch damit nicht genug, denn es wurde vom König auch beschlossen, dass alle Personen, die als Diener im Haus des Herrn arbeiteten, von Steuern und Zoll befreit wurden. Diese zwei Gebote des Königs bieten an und für sich genug Grund, Gott für sein Handeln zu preisen, doch dürfte das dritte Gebot dieses heidnischen Königs wohl restlos jeden Leser ins Stauen versetzten, welches besagt, dass Esra dem Volk jenseits des Stromes das Gesetz Gottes kundtun und dafür sorgen sollte, dass es auch eingehalten wird.

Wie kann es sein, dass ein heidnischer König unter Androhung von Strafe befiehlt, dass ein Gesetz in einer Region seines Reiches eingehalten werden muss, dass für ihn selbst doch fremd ist? Wie kommt ein heidnischer König dazu, so viel für einen, aus seiner Sicht, besiegten Gott zu tun?
Esra hatte keine Zweifel, bei wem er sich bedanken musste. Gott war es, der das Herz dieses Königs bewegt hatte, das alles zu tun. Wie wunderbar ist es zu sehen, wie sich Gottes Wort aus Sprüche 21,1 als wahr herausstellt:

Wie Wasserbäche ist das Herz eines Königs in der Hand des Herrn; wohin immer er will neigt er es.

Esra ist uns in dieser Situation ein großes Vorbild, denn anstatt stolz zu werden und die Privilegien des Königs zu gebrauchen, um vor den Menschen besser dazustehen, weist Esra mit seinem Lob auf Gott hin. Mögen auch wir immer mehr Gottes Handeln hinter dem, vermeintlich offensichtlichen Handeln von Menschen in der Bibel oder auch in unseren eigenen Leben erkennen.