Andachten

„Lasst Gottes Wort ab und an zu Besuch kommen“

Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig!
Kolosser 3,10.11a

 

Gottes Wort kommt aus der Mode. Die meisten Menschen sehen keine Notwendigkeit, dies zu ändern. Auf Jugendtagen und in Jugendstunden geht der Trend weg von Predigten hin zu kurzen „Inputs“, die maximal 10-15 min dauern sollten. Dafür wird der „Worship“-Teil ausgebaut, warum nicht, alle haben doch Freude daran. Für die Bibel haben wir auch noch Zeit wenn wir älter werden. Und schließlich können wir auch nichts dafür, wenn es nur so wenige Stellen gibt, die zu jedem Anlass passen und die niemanden angreifen – man braucht schon den richtigen Kreis für die meisten Bibelstellen. Wirklich?

Gottes Wort teilt diese Meinung nicht. Gottes Wort sollte in unseren Gemeinden, Familien und Leben nicht nur ab und zu mal zu Besuch kommen! Gott hat sein Wort nicht für bestimmte seltene Anlässe gegeben, sondern damit wir eine Anweisung für unser Leben haben. Als eine Anweisung, wie wir errettet werden, als eine Anweisung wie wir Gott ehren. Doch es ist selten geworden das Wort des Herrn. Nützlich zur Lehre, Überführung, Zurechtweisung und Unterweisung in der Gerechtigkeit Gottes (2. Tim 3,16) wie Gottes Wort nun mal ist, soll es eigentlich auch verwendet werden. Als  Gemeinde sind wir aufgefordert, das Wort Jesu reichlich unter oder in uns wohnen zu lassen und einander damit in Weisheit zu ermahnen und zu lehren.

Doch all diese Dinge scheinen nicht recht zu unserer Gesellschaft zu passen. Sich belehren lassen? Ich habe doch meinen eigenen Lebenstil! Überführen und Zurechtweisen? Woher weißt du, dass ich falsch liege und überhaupt, richte nicht! Unterweisung? Das heißt ja, dass etwas über mir steht mit Autorität! Das Autoritätskonzept lehne ich für mich ab. Jeder muss vor sich selbst verantwortlich sein. Ähnliche Aussagen oder vielleicht sogar eigene Gedanken dürften den meisten von uns schon einmal begegnet sein.

Es ist in höchstem Maße töricht, wenn wir uns von dieser gängigen Lebenshaltung unseres Umfeldes auf geistlichem Gebiet prägen lassen! Paulus ermahnt die Kolosser, dass sie suchen sollen was droben ist, wenn sie wirklich mit Christus auferweckt sind (3,1). Sie sind mit Christus gestorben, sollen alles weltliche in sich abtöten (3,3-9) und haben den neuen Menschen angezogen, der gemäß dem Bilde Gottes erschafffen ist (3,10). Passt es zu Gottes Auserwählten, Heiligen und Geliebten (3,12), dass sie Gottes Wort vermeiden? Passt es zu ihnen, Gottes Wort für Menschengruppen zu verdrehen und zu verkürzen? Ich denke nicht.

Gottes Wort ist uns gegeben, damit es unser ständiger Begleiter sei. Es soll uns ernähren und reichlich unter uns vorhanden sein. Nur so werden wir mehr, wie Christus es von uns möchte – heilig. Wenn du dich schämst, bei deinem „Input“ schon bei Minute 11 angekommen zu sein und dich dafür entschuldigst, wenn du nach fünf Minuten Bibellesen schon ruhelos umherblickst, dann solltest du dich fragen, wie lange du zu einer solchen geistlichen „Superdiät“ in der Lage bist. Wie schnell werden deine Zuhörer und du geistlich verkümmern, wenn Gottes Wort euch nicht mehr nährt. Sei nicht töricht, du brauchst Nahrung – du brauchst Gottes Wort! Es ist an der Zeit, die Diät zu beenden.