Andachten

Gott der Despot

Und als man sie hatte gehen lassen, kamen sie zu den Ihren und berichteten, was die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Als sie das hörten, erhoben sie ihre Stimme einmütig zu Gott und sprachen: Herr, du hast Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht, (Apostelgeschichte 4,23.24)

Diesem ersten Satz des Gebetes der Urgemeinde geht voraus, dass Johannes und Petrus von dem Hohen Rat eines Abends festgenommen wurden, weil sie die Auferstehung Christi predigten und diesem das gar nicht gefiel. Sie konnten Johannes und Petrus aber nichts nachsagen und wussten, wenn sie ihnen jetzt etwas antun, wird das Volk davon nicht begeistert sein und sich vermutlich gegen sie stellen, weil Petrus kurz davor einen vierzigjährigen Gelähmten heilte und das Volk Gott für das Wunder lobte. Trotzdem verbot der Hohe Rat Petrus und Johannes, fortan in dem Namen Jesus zu lehren und diesen zu verkündigen. Anschließend gingen Johannes und Petrus zurück zu der Gemeinde und berichteten ihr alles, was geschehen war und daraufhin gingen sie alle zusammen ins Gebet. Dieses Gebet wollen wir uns heute und in den nächsten Wochen etwas näher anschauen.

Es ist unglaublich schön zu sehen, wie sie ihren Gott ansprechen. Im griechischen steht für das Wort “Herr” nämlich “despótes”, welches uns im deutschen unter dem Begriff “Despot” bekannt ist. Dieses Wort beschreibt die allerhöchste Art der Herrschaft, über König, Kanzler oder Kaiser. Dieses Wort wird in der heutigen Zeit nur noch für tyrannische Herrscher verwendet, wie Hitler oder Stalin, die die Macht über allem hatten – Heer, Volk, Nachrichten oder auch das Gericht.

Die damalige Gemeinde sprach Gott mit diesem sehr kräftigen und wirklich zutreffenden Wort an, weil es das widerspiegelt, was Gott ist – ein Herrscher. Die Gemeinde war sich schon ganz zu Beginn bewusst, dass Gott über allem steht. Sie standen nicht primär unter der Herrschaft der Regierung, sondern unter der Herrschaft Gottes. Dieses Bewusstsein zeigt sich auch in den nachfolgenden Worten. Sie waren sich ebenso im Klaren, dass Gott alles geschaffen hatte. Nichts und wieder nichts ist in dem ganzen Universum zu finden, was Gott nicht höchst persönlich geschaffen hatte. Unglaublich!

So viel mal zu den ersten Worten dieses Gebets. Wir halten fest, dass die Gemeinde schon zu Beginn, als sie noch ganz jung war, in dem Bewusstsein lebte, dass sie es mit einem Gott zu tun haben, der alles geschaffen hat und der auch die Macht über allem hat. Es passiert nichts, was Gott nicht will. Sein vor Grundlegung der Welt gefasster Ratschluss zieht sich durch. 

Wir haben es mit einem Despoten Gott zu tun und das ist das Beste, was uns als seinen Kindern passieren konnte! Ihm die Ehre und der Dank dafür, jetzt und in alle Ewigkeit.