Andachten

Gott hilft denen, die ihm vertrauen

„Und ich rief dort, am Fluss Ahawa, ein Fasten aus, damit wir uns vor unserem Gott demütigten, um von ihm einen geebneten Weg zu erbitten für uns und für unsere Kinder und für alle unsere Habe. Denn ich hatte mich geschämt, vom König Soldaten und Pferde zu unserer Unterstützung gegen den Feind auf dem Weg zu erbitten. Wir hatten nämlich zum König gesagt: die Hand unseres Gottes ist zum Guten über allen, die ihn suchen, aber seine Macht und sein Zorn sind gegen alle, die ihn verlassen. Und so fasteten wir und suchten in dieser Sache Hilfe von unserem Gott, und er ließ sich von uns erbitten.“ (Esra 8,21-23)

Nun hatte Esra also alles was er brauchte: Priester, Leviten, Geld für den Tempel und einen Brief vom König, der die Stadthalter jenseits des Stromes dazu aufforderte das Volk und das Haus Gottes zu unterstützen. Das Volk, das mit Esra gemeinsam nach Jerusalem ziehen wollte, war also am Fluss Ahawa zusammengekommen und wartete, dass die Reise endlich losgehen würde. Ich kann mir gut vorstellen, wie der eine oder der andere schon unruhig wurden, teils angespannt, teils auch darüber besorgt, was sie auf dem langen Weg nach Jerusalem erwarten würde. Vielleicht hielten einige auch nach einer königlichen Eskorte Ausschau, die sie begleiten und sicher ans Ziel bringen würde.

Doch Esra hatte keine Soldaten und Pferde vom König erbeten, weil er sich geschämt hatte. Er schämte sich nicht den König um diesen Gefallen zu bitten, weil er von ihm schon so viel geschenkt bekommen hatte, sondern aufgrund des Zeugnisses, dass er dem König zuvor gegeben hatte. Hatte Esra dem König nicht versichert, dass Gott dieses Vorhaben segnen und schützen würde, da sie nach Gottes Willen handelten? Was wäre also mit dem Zeugnis von Esra geschehen, wenn er jetzt, da sein Vertrauen zu Gott auch auf die Probe gestellt wird, einen Rückzieher gemacht und ein paar Soldaten mitgenommen hätte, nur um für alle Fälle abgesichert zu sein? Ich bin mir sicher, dass all das, was Esra dem König zuvor von Gott berichtet hatte, kein Gewicht mehr gehabt hätte. Esra wäre als großer Sprücheklopfer entlarvt worden, der, wenn es hart auf hart kommt, nicht Gott sondern doch weltlichen Mächten vertraut. Und so tut Esra genau das Richtige: er ruft ein Fasten unter dem Volk aus und demütigt sich so vor Gott. Er bittet den Herrn aller Herren und Schöpfer des Universums um Hilfe, anstatt auf Menschen zu vertrauen.

Wie hätten wir in dieser Situation gehandelt? Hätten wir auch unser ganzes Vertrauen in Gott gesetzt? Ich weis nicht, ob ich dazu in der Lage gewesen wäre. Vermutlich hätte ich alles menschenmögliche getan, um alles so gut es eben geht vorzubereiten, einschließlich der militärischen Eskorte, um dann kurz vor Reisebeginn auch Gott um seinen Segen zu bitten. Ist es nicht oft so, dass wir erst versuchen mit unseren eigenen Mitteln voranzukommen bzw. im Dienst für Gott zu arbeiten, bevor wir überhaupt daran denken Gott die ganze Sache hinzulegen?
Und was tut Gott? […] er ließ sich von [ihnen] erbitten. Gott reagiert, auf das ihm entgegengebrachte Vertrauen, indem er das Volk auf der Reise vor allen Feinden beschützt und sicher nach Jerusalem bringt. So wie es bereits Psalm 37,5 bezeugt: Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln. Möge Gott unser Vertrauen in ihn stärken, damit wir uns ganz auf ihn verlassen, so wie Esra es in dieser herausfordernder Situation getan hat!