Andachten

Er schlägt mich – welche Liebe!

Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt aber jeden Sohn, den er aufnimmt. Denn sie [unsere Väter] züchtigten uns zwar für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, er aber zum Nutzen, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden.
Hebräer 12,6.10

Ich denke niemand mag das Gefühl bestraft zu werden. Vielleicht erinnerst du dich an deine Kindheit – du hattest irgendetwas ausgefressen und wurdest zurecht bestraft. Oder du hattest eigentlich nichts unrechtes getan und wurdest trotzdem bestraft. In der Schule, der Familie, vielleicht sogar bei der Arbeit. Oftmals hätte man über die Strafe oder deren Härte diskutieren können. Dem Vater kann vorgeworfen werden, er sei lieblos. Der Lehrerin, dass sie überreagiert und dem Vorgesetzten, dass er zu wenig Verständnis hat.

Vor allem bei Vätern, die die Hauptverantwortung für die Erziehung und damit auch für die Bestrafung ihrer Kinder zu derem besten haben, fragt man sich oft, inwiefern der Vater das richtige Maß und die Art der Strafe festgesetzt hat.

Ganz anders ist das bei unserem Gott. Er hat uns als seine Kinder angenommen. Nun liegt es auch an ihm uns zu züchtigen. Dabei hat er ein perfektes Bild vor Augen: Wir sollen so heilig werden, wie er es ist! Welch eine große Liebe des Vaters, dass er uns an seiner Heiligkeit teilhaben lässt. Seine Liebe zu uns zeigt sich darin, dass er uns nicht unsere falschen Wege gehen lässt, sondern uns immer wieder züchtigt oder „schlägt“. Niemand von uns wurde natürlich von der Hand Gottes direkt geschlagen, doch züchtigt Gott uns durch Umstände, Leiden, andere Menschen und vieles mehr. Anders als unsere Väter es damals machten, als sie uns erzogen, kennt Gott das perfekte Maß  und die Art der Erziehung und Strafe. Unsere Väter gaben zumeist ihr bestes, doch Gott muss sich nicht darum bemühen – er tut einfach das Beste.

Wie freue ich mich, dass er auch mich schlägt! Er hat mich angenommen als Kind und hat damit begonnen, mich zu verändern. Hässliche Seiten meiner Persönlichkeit müssen verschwinden, Christus soll zum Vorschein kommen. Wie traurig steht es um die Menschen, die Gottes Züchtigung nicht kennen. In Ewigkeit werden sie nichts von Gottes Heiligkeit besitzen – und einmal ewig verloren gehen. Doch wir dürfen der Hand vertrauen, die uns schlägt und doch gleichzeitig hält und trägt, auch in den Zeiten der Züchtigung. Gott sei alle Ehre dafür, dass er uns so sehr liebt, dass er uns zu unserem Besten und zu seiner Ehre züchtigt!