Andachten

Jesu Ausrüstung seiner Jünger – Schranken (5/7)

„Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat;
(Apg 1,6-7)
Die Jünger stellen dem Herrn hier eine sicherlich menschlich nachvollziehbare Frage. Sie hatten noch nicht gänzlich erfasst, wie das Werk Jesu nun weiter gehen soll und gedachten etwaige Anhaltspunkte zu bekommen.

Doch mit dieser Antwort haben sie garantiert nicht gerechnet!

Die Antwort ist weder ausweichend noch irgendwie irreführend, nein, sie ist schlichtweg ein weiteres Rüstwerkzeug zur Zubereitug der zukünftigen Gemeindegründer.
Der Herr gibt ihnen hier Schranken! „Eine Schranke, also quasi ein „Hinternis“ als Werkzeug?“ mag man sich fragen. Ja, genau! Dies Werkzeug ist ein Ruhekissen, welches die Apostel ruhig nutzen sollen.
Jesus nimmt ihnen den Druck, indem er ihnen einfach sagt: „Ihr müsst nicht alles wissen und ihr müsst auch nicht alles erklären können.“

Das ist ein wunderbarer Trost und auch ein angenehmes Werkzeug für uns. Zu häufig führen Christen Diskussionen über endzeitliche Entwicklungen, Reihenfolgen in der Eschatologie oder tragen verbale Schlachten betreffs Prophezeihungen und deren richtige Einordnung aus. Es gibt Dinge, die können wir nicht abschließend garantiert erklären! Und weißt du was? – Wir müssen es auch nicht!

Das Evangelium ist klar, die rettende Botschaft und die heilsbringenden Wahrheiten sind elementar und relevant für uns.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir die Offenbarung oder kleinere Propheten ignorieren sollen. Auch diese schwierigeren Schriften sind von Gott eingegeben und nützlich. Einen Bogen dürfen wir auch keineswegs um endzeitliche Bereiche machen, sonst überlassen wir diese den Spekulaten, Sekten und Verschörungstheoretikern. Aber lasst uns bedacht darauf sein: Hauptthemen sind Hauptthemen, und Nebenschauplätze sind Nebenschauplätze!

Jesus macht hier im Grunde genommen klar:
Es gibt Dinge, die Priorität haben und es gibt Dinge, die sollst du ruhen lassen – denn dein Aufgabengebiet ist so groß, dass du genug Arbeit darin hast!

Dies können wir uns auch persönlich zu Herzen nehmen!
In der Sache des unantastbaren Evangeliums sind wir geeint, in thematisch diskutablen Themen lassen wir uns vom Herrn führen und genießen auch einfach mal das Werkzeug der Schranke, die uns als Ruhekissen dient.