Andachten

Jesu Ausrüstung seiner Jünger – Inhalt (6/7)

[…] und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. (Apg 1,8b)

Jesu Ausrüstung seiner Jünger kommt nun auf einen weiteren Höhepunkt. Sie bekommen einen gewichtigen Inhalt aufgetragen, den es zu bezeugen gilt: Sie sollen Jesu Zeugen sein! Der Inhalt ihres Wirkens ist hier klar definiert, indem es um niemand anderen gehen soll, als Christus selbst.

Es gilt nicht „nur irgendetwas“ zu bezeugen. Zeugen sind auf einen juristischen Inhalt fokussiert. Denken wir an 5. Mose 17,7, so erkennen wir, dass 2-3 Zeugen relevant waren, um eine gewichtige Entscheidung – häufig die Steinigung – zu fällen. Sie mussten auch den ersten Stein werfen, um sich der Tragfähigkeit ihrer Zeugkraft bewusst zu sein.

Wovon hängt denn nun unsere Zeugkraft ab? Fakt ist: Die Jünger waren die Primärzeugen der ersten Stunde, doch wir als Sekundärzeugen, die durch ihr Zeugnis zum Glauben kamen, sind nicht weniger gefragt, Zeuge zu sein.

Unsre Zeugkraft hängt davon ab, wie sehr wir Christus als Inhalt des Zeugnisses in den Mittelpunkt stellen und wie bibeltreu wir vom Inhalt Christus aus Gottes Wort verkündigen!

Dabei laufen wir der Gefahr, zwei elementar falschen Ansichten beim Zeugen womöglich zu erliegen:

1. Falschansicht: Unser Zeugnis besteht aus persönlichen Erfahrungen
Häufig meinen wir, dass „persönliche Erfahrungen“ oder „geistliche Erlebnisse“ Inhalt eines Zeugnisses sind. Dem ist jedoch nicht so. Nicht unsere subjektiven und gefühlten Empfindungen stellen den Inhalt dar, sondern die objektiven Taten Jesu und das tatsächliche Wirken des Heiligen Geistes in dir und mir. Sicherlich haben auch Bewahrungserfahrungen und wundersame Führungen ihre Berechtigung, jedoch sind diese nur Ergänzungen zum Zeugnis. Martin Lloyed Jones sagte hierzu einst: Wenn unsere Erfahrungen unser Zeugnis sind, so sind wir als Gemeinde kaum noch von Sekten zu unterscheiden.

2. Falschansicht: Unser Leben ist das Zeugnis
Manche meinen, dass „der frohe Christ“ und „das authentische Glaubensleben“ das Zeugnis sind. Auch dem ist nicht so! Sicherlich bietet es sich an, als Christ eine Empfehlung für seinen Glauben wie ein Schaufenster zu leben, wie Spurgeon einst sagte, jedoch kennt die Bibel kein „ansteckendes Christsein“ auf Basis eines glücklichen veränderten Lebens, sondern allein auf Basis der Reinigung durch das Wort Gottes, die Erkenntnis der Verdorbenheit durch Gottes Gnade, die einem im Glauben zugetragen wird.

Somit sind nicht wir das Zeugnis, sondern die Zeugen! Nicht wir sind Inhalt sondern Christus. Wir unterstreichen allenfalls mit unserem Leben das Zeugnis, also den Inhalt unseres Auftrags, aber wir sind nicht DAS Zeugnis als solches.

Lasst uns bei unserem Auftrag Zeuge zu sein somit treu und christuszentriert darauf achten: Nicht unsere Bewahrung im Unfall oder die Hilfe in der Not stellen das Zeugnis als solches aus, sondern Christus als Mittelpunkt unseres Berichtens ist und bleibt der Inhalt unseres Auftrags ein für alle mal!