Andachten

Ein konsequenter Umgang mit Sünde

„Dann ließ man durch Juda und Jerusalem einen Ruf ergehen an alle Söhne der Wegführung, sich in Jerusalem zu versammeln. Und jeder, der nicht innerhalb von drei Tagen gemäß dem Beschluss der Obersten und Ältesten käme, dessen ganze Habe sollte mit dem Bann belegt werden, und er selbst sollte aus der Versammlung der Weggeführten ausgeschlossen werden.“ (Esra 10,7-8)

Als das Volk Esra und die anderen Gottesfürchtigen, die sich bei Esra versammelt hatten, über ihre Sünde Buße tun sahen, da wurden auch sie bestürzt. Und so versammelte sich eine große Volksmenge um Esra, die unter vielen Tränen zugaben, dass sie gegen Gott gesündigt hatten. Doch diese Wort allein, hätten nichts an der Situation geändert und deshalb ist es um so schöner zu sehen, dass es nicht nur bei dem Lippenbekenntnis blieb, sondern dass sie ihren Worten auch Taten folgen ließen, denn sie fingen an aktiv gegen die Sünde vorzugehen. Umgehend lassen sie eine Versammlung einberufen, an der jeder von den Weggeführten teilnehmen muss. Wer diesem Befehl nicht nachkommen würde, dessen ganze Habe sollte mit dem Bann belegt und die Person selbst aus der Gemeinde ausgeschlossen werden. Doch damit nicht genug, das Volk mussten sich schon innerhalb von drei Tagen in Jerusalem einfinden.
Ich frage mich, warum es nötig war, dass wirklich alle von den Weggeführten nach Jerusalem kamen und warum schon innerhalb der kurzen Frist von drei Tagen?
Ich denke, dass hier sehr schön die Entschlossenheit sichtbar wird, mit der Esra und die Obersten des Volkes der Sünde entgegentraten. Sie verschoben es nicht auf einen passenderen Zeitpunkt, Esra fragte nicht, ob das Volk Zeit hatte oder ob diese Versammlung an einem anderen Termin stattfinden sollte. Esra erkannte, angesichts der Sünde im Volk, die Dringlichkeit zu handeln. Es gab keine Zeit zu verlieren, es musste sofort etwas dagegen unternommen werden.
Wie sieht es da bei mir im Leben aus, wenn es darum geht Sünde, die mir Gott gezeigt hat, auszuräumen? Gehe ich auch so entschlossen gegen Sünde in meinem Leben vor, bin ich in meiner Nachfolge konsequent oder bin ich zu faul, zu bequem und toleriere Sünde in meinem Alltag? Hätten wir stets vor Augen, welch hohen Preis Jesus für unsere Rettung und Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde bezahlen musste, dann würden wir ähnlich radikal mit Sünde in unserem Leben umgehen, so wie es Esra uns hier vormacht.
Mein Gebet ist, dass Gott mir und uns immer wieder zeigt und uns daran erinnert, wie verheerend Sünde ist, was für weitreichende Folgen sie hat und wie sehr wir Gott verletzen, sein Werk am Kreuz verachten und mit Füßen treten, wenn wir bewusst Sünde in unserem Leben tolerieren. Und wenn er uns mehr und mehr das Bewusstsein dafür gibt, dann dürfen wir mit unserer Sünde immer wieder aufs Neue vor ihn treten, ihn um Vergebung und gleichzeitig um Kraft bitten, um heute noch den Kampf gegen die Sünde aufzunehmen. Warte nicht auf einen besseren Zeitpunkt, denn das morgen gehört dem Teufel, doch Jesus will uns schon heute den Sieg über Sünde in unserem Leben schenken.