Andachten

Wer ist wie du?

Und sonst gibt es keinen Gott außer mir. Einen gerechten und rettenden Gott gibt es außer mir nicht!
Jesaja 45,21b

Bereits das Alte Testament stellt die Einzigartigkeit und die Vorzüglichkeit des einzig wahren Gottes klar heraus. Gott selber weist uns in seinem Wort auf seine Einzigartigkeit und seine Gerechtigkeit hin. Im heutigen Vers zeigt sich ein Aspekt Gottes, der einer der wichtigsten für den Menschen ist. Gott stellt klar, dass es außer ihm überhaupt keinen Gott gibt. Unser Gott ist der einzige, der auch existiert. Unser Gott hat das größte Dilemma der Menschheitsgeschichte gelöst und ist darum anbetungswürdig.

Worin besteht dieses Dilemma? Wir finden es in der Beschreibung, die uns Gott in unserem heutigen Vers über sich selbst gibt. Gott sagt, dass er gerecht und rettend ist und dass es keinen zweiten gibt, der beides sein kann. „Rettend“ bezieht sich auf den Menschen. Nun, wenn wir ein falsches Gottesbild haben, werden wir das Problem gar nicht erkennen. Ist es für einen liebenden Gott nicht von vornherein eine ausgemachte Sache, dass er Menschen rettet? Auf keinen Fall! Der Mensch, gut erschaffen, stellte sich gegen Gott und lebt seither mit ganzem Willen gegen ihn. Er hasst Gott wie uns die Bibel sagt und verabscheut seine Größe und seinen Herrschaftsanspruch. Viel lieber möchte der Mensch Gott sein.

Angesichts der Größe und Heiligkeit unseres Gottes ist die menschliche Haltung nichts anders als eine verdammungs- und todeswürdige Gotteslästerung. Ein gerechter Gott müsste die Menschen wie eine kleine Fliege zerquetschen. Wie um alles in der Welt kann Gott solche Menschen retten und trotzdem von sich behaupten gerecht zu sein? Macht er sich nicht zum bösesten Wesen überhaupt, wenn er den Bösen davonkommen lässt, obwohl es in seiner Macht stünde, ihm ein Ende zu setzen und ihn zu bestrafen, wie es dem Menschen gebührt für seine bösen Taten?

Der Apostel Paulus greift dieses Dilemma im Neuen Testament auf und wir sehen die Grundlage, auf welcher Gott Gerechtigkeit und Gnade walten lassen kann, auch wenn er gottlose Sünder rettet. Wie hat Gott es angestellt, Sünder zu retten und dabei nicht selbst schuldig zu werden? Im Römerbrief wird dieses große Geheimnis gelüftet.

Ihn [das ist Jesus] hat Gott hingestellt als einen Sühneort durch den Glauben an sein Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes; zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist.
Röm 3,25-26

Es ist zentral diesen Punkt zu verstehen. Der liebende Gott, der die Menschen einfach so rechtfertigt, ungeachtet ihrer Bosheit ist ein Märchen unserer modernen Kirchen. Gott wäre selbst zum bösesten aller Wesen geworden, hätte er den Menschen trotz seiner eigenen Heiligkeit, Gerechtigkeit und Allmacht gewähren lassen in seinem bösen Treiben.

Doch in seiner Gnade hält Gott über Jahrhunderte und Jahrtausende seinen gerechten Zorn über die Menschen zurück und wartet auf den Tag, an dem er beweisen wird, dass er trotzdem vollkommen gerecht handelt: der Tag der Kreuzigung seines eigenen Sohnes. An diesem Tag lässt Gott seinen Zorn los und dieser zermalmt seinen eigenen Sohn stellvertretend für all das Böse derer, die des Glaubens an Jesus sind (die es waren, sind, und in Zukunft sein werden). Für all diese Menschen trug Jesus Gottes Zorn am Kreuz. Gott hat die Möglichkeit gefunden zu retten und trotzdem gerecht zu sein! Wie wunderbar.

Dennoch bleibt eine schreckliche Möglichkeit offen. Was ist mit den Leuten, die nicht an Jesus glauben und gemäß Römer 3 dann auch nicht gerechtfertigt sind? Diesen Leuten, die in ihrer Rebellion gegen Gott verharren und nicht an Jesus glauben, bleibt nichts anderes übrig, als voller Angst darauf zu warten, selbst den Zorn Gottes in alle Ewigkeit zu schmecken. Noch gibt es Gnade für alle, die Gott anrufen und um Vergebung bitten (Ps 86,5), doch diese Zeit wird einmal vorbei sein (spätestens mit dem Tod des einzelnen Menschen). Dann tritt Jesus zur Seite und der Zorn Gottes ergießt sich über den Menschen und vernichtet ihn – und Gott erweist sich zum zweiten Mal gerecht.

Wir Gläubigen sind dazu verpflichtet, Gott in Ewigkeit dafür zu danken, dass er eine Möglichkeit geschaffen hat, wie sein Zorn uns nicht vernichtet. Er hat uns gerettet, ohne selber böse zu werden. Anbetung sei ihm dafür in Ewigkeit!