Andachten

Die zehn Gebote (1/10)

Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Ich bin Jehova, dein Gott, der ich dich herausgeführt habe aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
‭‭2. Mose‬ ‭20,1-3‬ ‭

Das Volk Gottes ist durch Gottes wunderbares Eingreifen, der Knechtschaft Ägyptens entkommen. Während das Volk sich auf der Reise in das verheißene Land befindet, gibt Gott seinem Volk die zehn Gebote, die uns allen sehr gut bekannt sind. Diese zehn Gebote wollen wir uns heute und in den nächsten neun Wochen etwas näher anschauen.

Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Was zu Beginn dieses ersten Gebotes anzumerken ist, ist dass dieses Gebot die Existenz und die Macht “anderer Götter” nicht leugnet. Dieses Gebot und somit Gott selber, da er ja dieses Gebot verfasst hat, rechnet mit der Konkurrenz anderer Götter. Gott wusste, dass sein Volk in der Gefahr steht, sich eigene Götter zu bilden. Man bedenke nur die Zeit in Ägypten, wo das Volk mehrere hundert Jahre lebte und zwischen dem Götzenkult der Ägypter aufgewachsen ist.

Gott war es wichtig, dass sein Volk bei ihm bleibt. Dass es nur ihn anbetet, weil ihm alle Ehre gebührt. Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen. (Römer 11,36). Daher teilt Gott seine Ehre mit niemanden (Jes 42,8). Das ist so wichtig zu verstehen. Das ist unsere Bestimmung. Wir sind nur für ihn geschaffen und deshalb gefällt es Gott gar nicht, wenn wir andere Götter ehren, denn er ist ein eifernder Gott (2. Mo 20,5).

Aber warum steht das Volk Israel (oder wir) in der Gefahr, andere Götter zu besitzen? Was verspricht sich das Volk von diesen anderen Göttern?

Das Volk verspricht sich von anderen Götter genau das, was sie nur von Gott bekommen können. Wir haben Eingangs gelesen, dass Gott es war, der sein Volk aus der Knechtschaft befreite. Aber kurze Zeit später lesen wir, dass das Volk dieses wunderbare Eingreifen Gottes, einem goldenen Kalb zuschreibt. Ein von sich selber gemachter Gott, hatte sie nun angeblich aus Ägypten befreit (2. Mo 32,4). Zudem wollen sie, dass dieses Kalb jetzt vor ihnen in der Wüste herzieht und nicht mehr Gott (2. Mo 32,1), da Gott zu lange auf sich hat warten lassen.

Dieses goldene Kalb, dieser selbstgemachte Gott, soll die Rolle ihres wirklichen Gottes einnehmen.

Lasst uns das nun auf uns übertragen, mit folgender Frage, die sich jeder immer wieder stellen sollte. Worin verspreche ich mir Sachen, die ich eigentlich nur bei Gott finde und somit andere Dinge zu meinem Gott werden?

Wir Menschen haben ein riesen Problem, andere Götter neben dem einzig wahren Gott zu haben. Calvin bezeichnete das Herz des Menschen als eine Götzen Fabrik.

Möge Gott es doch schenken, dass wir mehr und mehr die selbstgemachten Götter aus unserem Leben erkennen und ausräumen, sodass wir dann Stück für Stück diesem Gebot mehr Folge leisten, denn genau das will Gott von uns und genau daran erfreut er sich!