Andachten

Feuer im Mantel

Mein Sohn, bewahre das Gebot deines Vaters, und verlass nicht die Belehrung deiner Mutter; binde sie stets auf dein Herz, knüpfe sie um deinen Hals. Wenn du umhergehst, wird sie dich leiten; wenn du dich niederlegst, wird sie über dich wachen; und erwachst du, so wird sie mit dir reden. Denn das Gebot ist eine Leuchte, und die Belehrung ein Licht; und die Zurechtweisungen der Zucht sind der Weg des Lebens: um dich zu bewahren vor der bösen Frau, vor der Glätte der Zunge einer Fremden. Begehre nicht in deinem Herzen ihre Schönheit, und sie fange dich nicht mit ihren Wimpern! Denn wegen einer hurerischen Frau [kommt]man] bis auf einen Laib Brot, und eines Mannes Frau stellt einer kostbaren Seele nach. Sollte jemand Feuer in seinen Gewandbausch nehmen, ohne dass seine Kleider verbrannt würden? Oder sollte jemand über glühende Kohlen gehen, ohne dass seine Füße versengt würden? So derjenige, der zu der Frau seines Nächsten eingeht: Keiner, der sie berührt, wird ungestraft bleiben. (Sprüche 6,20-29)

Stell dir vor du trägst einen Mantel und willst eine brennende Fackel darunter verstecken. Es wird vielleicht ein paar Sekunden noch erträglich sein, doch dann wird der Mantel ebenfalls Feuer fangen und du wirst unter schrecklichen Schmerzen langsam verbrennen, wenn du den Mantel nicht ausziehst oder jemand den Brand löscht. Das Feuer wird wahrscheinlich schlimme Verletzungen hinterlassen, deren Narben ein Leben lang an dir sichtbar sein werden. Vielleicht wirst du auch in deiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein. In jedem Fall wirst zu dem Schluss kommen, dass es eine sehr dumme Idee war, Feuer unter deinem Mantel zu verstecken.

Dieses Bild gebraucht Salomo hier, um die Verfänglichkeit des Ehebruches, bzw. der Unzucht zu illustrieren. Um das Wort Ehebruch einmal genauer zu definieren, schauen wir mal, wie Jesus diesen definiert: “Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, hat schon Ehebruch mit ihr begangen in seinem Herzen.” (Matthäus 5,28) Die begehrlichen Blicke, die man schnell mal einer Frau hinterherwirft (sei es eine Kollegin, Mitschülerin oder ein Model auf einem Werbeplakat) oder der Pornografiekonsum, sind in den Augen Jesu bereits Ehebruch. Und sie bringen (wenn auch in einem geringeren Ausmaß) dieselbe Art von Schäden mit sich. Schäden, die vielleicht anfangs noch nicht abzusehen sind, die aber z.T. lebenslange Folgen tragen. Darum warnt Salomo hier ausdrücklich davor.

Er geht auch sehr ins Detail was seine Warnungen betrifft, da er die Art der Versuchung die dahintersteckt sehr genau nachempfinden kann. Er warnt vor der “Glätte der Zunge”, und vor den “Wimpern”. Schönheit, körperliche Attraktivität, ist ein Fallstrick, dem Männer heutzutage sehr stark ausgesetzt sind. In dem Film “The Song” wird unter anderem dieses Problem lebendig veranschaulicht. Durch die Schönheit einer ungläubigen Frau, wird der Protagonist dazu veranlasst, seiner lieben Ehefrau und seiner Familie untreu zu werden und richtet somit einen riesigen Schaden an. Er kann sich kaum helfen, weil die Versuchung festen Seilen gleicht, die in mit einer ungeheuren Kraft wegziehen. Die Person, um die es dabei geht, spielt im Film einen erfolgreichen Sänger, illustriert jedoch das Leben des Predigers (Salomo), der später (wahrscheinlich nach dem Schreiben dieser Sprüche) derselben Versuchung erlag, vor der er hier warnte, was zeigt, dass im Prinzip kein Mann davor gefeit ist, der Versuchung auf dem Bereich der Sexualität zu erliegen, weil sie so hinterhältig, so unscheinbar daherkommt. Lasst uns diese Warnung also immer wieder in Erinnerung rufen in dem Bewusstsein, dass Gott es vermag, uns rein zu erhalten.

Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seiner Herrlichkeit untadelig darzustellen vermag mit Frohlocken, [dem] alleinigen Gott, unserem Heiland, durch Jesus Christus, unseren Herrn, [sei] Herrlichkeit, Majestät, Macht und Gewalt vor aller Zeit und jetzt und in alle Ewigkeit! Amen. (Judas 24.25)

Die Sprüche (28/100)