Andachten

Was der natürliche Mensch von Gott hält

Denn ein widerspenstiges Volk ist es, verlogene Söhne, Söhne, die das Gesetz des HERRN nicht hören wollen, die zu den Sehern sagen: Seht nicht! und zu den Schauenden: Schaut uns nicht das Richtige! Sagt uns Schmeicheleien! Schaut uns Täuschungen! Weicht ab vom Weg, biegt ab vom Pfad! Lasst uns in Ruhe mit dem Heiligen Israels!
Jesaja 30,9-11

Wieder einmal haben wir einen sehr traurigen Text vor uns. Wenn Ärzte uns eine schlimme Nachricht überbringen, gibt es häufig Tränen, Verzweiflung und Angst. Allein eine solche Reaktion wäre angemessen, auf die Diagnose, die Gottes Wort dem Menschen ausstellt: Du lehnst mich willentlich ab! Gott spricht von Israel (und wir sollten nicht meinen, dass wir auch nur ein kleinstes Stück besser wären!) als von einem widerspenstigen, verlogenen Volk, das sein Gesetz nicht hören will!

Dieses harte Urteil bestätigt sich in dem Verhalten sündiger Menschen. Leute, die ihnen die Wahrheit sagen sind verhasst. Menschen die Gottes Strafe ankündigen werden mundtot gemacht („Seht nicht“, das heißt, schweigt über diese Dinge, die da kommen). Anderseits soll keineswegs Stille herrschen, denn Menschen haben eine seltsame Faszination für kommende Dinge. Da sich aber niemand realistisch mit der eigenen furchtbaren Zukunft auseinandersetzen will – sofern er ohne Gott lebt und ihn ablehnt – muss eine Lösung her. Die Lösung für den natürlichen Menschen ist, die Prediger und Redner dazu anzuhalten, ihnen nichts über die Realität zu sagen. Das Richtige zählt nicht, wenn der Mensch entschieden hat, Gott zu hassen.

Nein, vielmehr möchte der Mensch Schmeicheleien hören und getäuscht werden. Er möchte, dass die Prediger ihre Integrität verlassen und von rechten Weg abkommen, indem sie Lügen über die schreckliche Zukunft der Menschen verbreiten, die Gott hassen und ihn ablehnen. Sie verlassen den Pfad der Wahrheit und predigen wunschgemäß. Niemand soll hart angegangen werden, nein, den Besuchern unserer Vorträge und Gottesdienste ist der Bauch zu pinseln, schließlich sollen sie ja wiederkommen.

Das offensichtlich dahinter stehende Verlangen der Gottlosen, nämlich: „Lasst uns in Ruhe mit dem Heiligen Israels!“, wird dabei geflissentlich übersehen. Wie schäbig! Wie unfassbar arrogant ist es doch von dem Menschen, der im Vergleich mit dem Heiligen Israels geringer als ein Wurm erscheint, zu meinen, dass er Gott einfach ungestraft ablehnen kann.

Einmal wird der Vorhang der Selbsttäuschung grob und brutal abgerissen. Entweder wenn der Mensch sich in seiner ganzen Rebellion erkennt, Buße tut und um Vergebung bittet, oder wenn er stirbt und von Gott zur Auferstehung gerufen wird. Ob ihm das passt oder nicht, am Tag der Auferstehung der Ungerechten hört jede Selbsttäuschung auf. Gottes heilige Forderungen werden durchgesetzt und der Mensch, der nichts von Gott wissen wollte wird erfahren, dass es Gott ist, der alle Macht hat und darum auch über den Menschen gebietet, den er erschaffen hat.

Noch ist es nicht zu spät. Gottes Tür steht noch offen und die Menschen werden ermahnt, sich mit Gott versöhnen zu lassen, bevor es zu spät ist. Ziehe doch heute den Vorhang der Selbsttäuschung zurück und beginne – mit allen Konsequenzen – zu lernen, was Gott von uns rebellischen Menschen hält. Es geht buchstäblich um (ewiges) Leben und Tod.