Andachten

Lobst du schon, oder opferst du noch?

Loben will ich den Namen Gottes im Lied und ihn erheben mit Dank. Denn es wird dem HERRN wohlgefälliger sein als ein Stier, ein Opferstier mit Hörnern und gespaltenen Hufen.
Psalm 69,31.32

Gott weißt uns an unzähligen Stellen im Alten und Neuen Testament darauf hin, dass es etwas gibt, das er wirklich liebt: Wenn die Menschen, vor allem seine Kinder unter ihnen, ihn von Herzen loben. David zieht hier einen interessanten Vergleich und zeigt uns damit Gottes Priorisierung im Hinblick auf das Lob seiner Person und im Hinblick auf Opfergaben der Seinen an ihn.

Gott will vor allem von seinen Kindern Lob empfangen. Er möchte Gegenstand des Liedes der Gläubigen sein und auch Mittelpunkt ihres Dankes. Das ist es was ihm wohlgefällt. Wenn wir Gott näher kennenlernen, so verstehen wir immer besser, dass er auch der Einzige ist, der alles Lob und jeden Dank empfangen sollte, weil er von allen Wesen das vorzüglichste und herrlichste ist. Es gibt nichts, was mit ihm verglichen werden kann, jeder Vergleich greift zu kurz und dient nur dazu, damit wir als kleine Menschen etwas von seiner Größe und Majestät erahnen können.

Dennoch ist es herrlich und erstaunlich wunderbar, dass Gott von uns Menschen, seinen Geschöpfen, gelobt werden möchte. Häufig messen wir empfanges Lob an der „Höhe der Instanz“, die das Lob gewährt. Doch bei Gott ist dies anders. Er hätte als höchstes aller Wesen jedes Recht, unser Lob als zu klein und unbedeutend abzulehen, doch es ist seine Gnade uns gegenüber, dass wir ihn kennen und durch Lob und Anbetung verherrlichen dürfen, denn dafür leben wir.

Nun zurück zum Vergleich der obigen Verse. Warum spielt David scheinbar das Lob Gottes gegen die Opfer aus, die Gott im Alten Testament zu erbringen waren? Die Hörner des Stieres standen für die große Kraft und Pracht dieses Tieres, die gespaltenen Hufe waren eines der Reinheitskennzeichen der Opfertiere. Es handelt sich also wahrlich um ein prächtiges Opfer, dass auch etwas kostet. Doch warum ist dieses große und sichtbare Opfer Gott weniger wert, als das Lob?

Nun, ich denke, dass Opfer Gott aus den vielfältigsten Motiven gebracht werden können, ohne dass er wirklich geliebt und dadurch geehrt wird. Oftmals dienen unsere Opfergaben auch heute nur der Befriedigung unseres Gewissens, unserer Geltungssucht oder unseres Stolzes. Doch Gott aus voller Kehle und mit einem frühlichen Herzen zu loben und ihm für alles zu danken ist dem nicht möglich, der Gott gegenüber ein kaltes und hartes Herz hat. Dem sei gesagt, dass Gott seine Opfergabe nicht gefällt.

Heißt das nun, dass Christen nichts mehr geben sollen, wenn sie nur genug loben und danken? Natürlich nicht, die Überschrift sollte nur deine Aufmerksamkeit auf unsere häufig falsche Priorisierung lenken. Um es mit Jesu Worten zu sagen:

„dieses hättet ihr tun und jenes nicht lassen sollen!“
(Mt. 23,23c)

Es gibt gebende Menschen, die es nicht übers Herz bringen, Gott zu loben oder ihm zu danken, zu bitter und zu  kalt sind sie ihm gegenüber. Doch es gibt niemanden, der Gott aus tiefstem Herzen lobt und ihm für alles dankt, der nicht auch gerne alles was er hat dem größten Schatz opfert den es gibt und den er besitzen darf: Gott selbst.