Andachten

Wie gütig bist du, Sohn des Höchsten?

Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen! Und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
Lukas 6,35

Es gibt verschiedene Eigenschaften, die Christen anstreben sollen, die sich auch bis zu einem gewissen Grad in Ungläubigen finden lassen. Viele Nichtchristen haben ein Empfinden für Gerechtigkeit und können Barmherzigkeit üben, wenn sie glauben, dass sie dadurch Benachteiligten helfen können. Für eine „gerechte Sache“ hat sich schon so mancher begeistern lassen.

Wo ist da überhaupt der Unterschied zu einem Christen, der im wahrsten Sinn des Wortes Übernatürliches vollbringt durch Gottes Kraft? Nun, der Unterschied beginnt dort, wo das subjektive Gerechtigkeitsempfinden des Nichtchristen ihm verbietet, Gutes zu tun. „Dieser undankbare, böse, faule, […] Mensch bekommt nichts von mir!“ Die Barmherzigkeit und Güte des natürlichen Menschen findet seine Grenze in seinem subjektiven Verständnis dessen, was ein anderer verdient oder eben nicht verdient.

Ganz anderes sollte es bei dir als Christ sein. Jesus verpflichtet uns, unsere Feinde zu lieben! Wir sollen Gutes tun, sogar Geld leihen, ohne sicherzustellen, dass wir unser Geld zurück erhalten. Ein natürlicher Mensch würde das als dumm oder sogar als wirtschaftlichen Wahnsinn betrachten. Wie lange soll so etwas gut gehen? Was ist das für ein Lohn, bei dem man gibt und vielleicht nie etwas zurückerhält? Unser  Lohn wird groß sein, das ist das Versprechen unseres großen Gottes und Herrn Jesus Christus. In ihm sind wir unermesslich reich, selbst wenn wir irdisch gesehen mittellos sind. Im Himmel liegt ein Schatz für uns bereit, der eines Sohnes des Höchsten würdig ist.

Warum ist es ein Kennzeichen eines Christen, dass seine Barmherzigkeit und Güte so viel weiter geht als die des natürlichen Menschen? Jesus sagt, dass wir dann Söhne des Höchsten sind und wir als solche identifiziert werden, wenn wir uns so verhalten. Warum ist das so? Nun, Jesus, Gott selbst verhält sich gegen die gesamte Menschheit so, wie er es von uns erwartet. Er ist so gütig gegen undankbare (Gläubige und Ungläubige!) und böse Menschen! Er lässt die Sonne über alle scheinen und schickt Regen. Er erhält alle Menschen am Leben und lässt sie sogar florieren, selbst viele, die ihn verachten. Er tötet Sünder nicht sofort, sondern bietet ihnen in seiner Gnade den wunderbaren Weg zum ewigen Leben durch den Glauben an seinen Sohn Jesus Christus. Hier empfangen böse Menschen Vergebung und werden von Gott zu Heiligen gemacht!

Stelle dir vor, Gott wäre nicht gütig gegen böse und undankbare Menschen gewesen. Du und ich hätten nie eine Chance gehabt, ewiges Leben zu erhalten. Du und ich hätten durch Gottes heiligen Zorn völlig vernichtet werden müssen, weil wir völlig sündig sind. Du und ich wären nie Christen geworden, hätte Gott uns nicht erwählt und berufen.

Wie oft versäumen wir es, die Güte Gottes, die er uns erwiesen hat an andere weiter zu geben. Ich möchte uns heute neu herausfordern, diese Güte an allen unseren Mitmenschen auszuüben, auch an denen, wo es uns schwer fällt. Wir haben einen hohes Ziel: Dieselbe Güte auszuleben, die Gott an uns hat walten lassen. Wie gütig bist du, Sohn des Höchsten?