Andachten

Die zehn Gebote (8/10)

Du sollst nicht stehlen!
‭‭2. Mose‬ 20,15

Das hebräische Wort “ganah”, welches hier für „stehlen“ steht, hängt direkt mit dem deutschen Wort “Gauner” zusammen. Warum erwähne ich das?

Ich erwähne das daher, da das Wortfeld von “stehlen” recht klein ist. Stehlen wird eigentlich fast nur in dem Kontext benutzt, wenn man sich eine Sache aneignet, die einem nicht gehört. Das Wort “ergaunern” hat dagegen einen viel weiteres Wortfeld. Dieses Wort umfasst viel mehr als stehlen. So ist das auch mit dem hebräischen Wort “ganah”. Es beinhaltet nämlich den Bereich des deutschen Wortes “stehlen”, aber nicht nur das, denn im alten Testament wird “ganah” für sämtliche räuberische, diebische Vorgehensweisen verwendet wie z.B. entführern, rauben, stehlen und täuschen. Ebenfalls in diesem Wort enthalten ist betrügen und jemanden um seinen Lebensunterhalt bringen.

Also wir können feststellen, dass dieses Gebot sehr weit reicht.

Ich möchte nun lediglich eine Anwendung zu diesem Gebot machen.
Jeder hat bestimmt schon mal diese Aussagen gehört oder vielleicht auch selber geäußert: “Das merkt doch keiner oder das sieht doch keiner.”
Das merkt doch mein Chef nicht, wenn ich ihm die Arbeitszeit stehle.
Das merkt doch das Finanzamt nicht, wenn ich nicht alles angebe.
Das sieht der Lehrer doch nicht, wenn ich abschreibe.             Das sehen doch meine Eltern, Frau/Mann, Kinder nicht, wenn ich mir alleine falsche Dinge anschaue.
(…)

Ja, das mag sein, dass diese Personen das nicht merken oder sehen, aber weißt du was? Gott merkt das! Gott sieht das! Sind wir uns dessen bewusst?

Wohin sollte ich gehen vor deinem Geist, wohin fliehen vor deinem Angesicht? Stiege ich zum Himmel hinauf, so bist du da. Bettete ich mich in dem Scheol, siehe, du bist da. Erhöbe ich die Flügel der Morgenröte, ließe ich mich nieder am äußersten Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen.
Psalm 139,7-10

David war sich dessen bewusst, denn ihm war klar, dass es kein Ort auf der Erde, im Himmel oder gar im Scheol gibt, wo Gott nicht da ist. Somit können wir uns sicher sein, dass Gott alles sieht, weil er überall allgegenwärtig ist.
Wir können vielleicht andere Menschen im geheimen bestehlen, betrügen oder täuschen, aber bei Gott funktioniert das nicht! Gott sieht alles!