Andachten

Gibt es ein „Morgen“ für dich?

Hin zur Weisung und zur Offenbarung! Wenn sie nicht nach diesem Wort sprechen, dann gibt es für sie keine Morgenröte.
Jesaja 8,20

„Er sagt Dinge die mich ärgern – er gibt mir gute Ratschläge“, schrieb Oscar Wilde vor über hundert Jahren. Er trifft damit ein Problem unserer menschlichen, sündigen Natur im Kern. Wir Menschen neigen dazu, guten Rat nicht annehmen zu wollen, nur weil es unbequem ist, ihm zu folgen. Meistens muss man einsehen, dass man ein ganzes Stück Mitschuld an der aktuellen Lage hat und lernt eine ganze Menge über sich selbst.

Kommt es an die Bibel, Gottes großer Ratschlag an alle Menschen, ist dies nicht anders. Wir als sündige Menschen winden uns unter den Worten, die Gott darin über uns zu sagen hat. Uns gefällt es nicht, wie Gott unseren Charakter einschätzt, wie er unseren Anteil an unserer misslichen Lage sieht und wofür Gott uns verantwortlich hält.

Obwohl das bei jedem natürlichen Menschen so ist, lässt Gott uns in seinem Wort unmissverständlich ausrichten: „Höre auf meine Weisung, sonst gibt es für dich kein Morgen!“ Der Vers wurde ursprünglich an das Volk Israel gerichtet, das sich in Notlagen in alle Richtungen wandte um Hilfe zu suchen – nur Gott wurde nicht befragt. Selbst Totenbeschwörer wurden als Ratgeber einer Befragung Gottes vorgezogen (8,19). Dies war etwas, was Gott bei Todesstrafe verboten hatte.

Durch Jesaja ruft Gott seinem Volk zu, Weisung anzunehmen und die Offenbarung in seinem Wort zu suchen. Dies allein kann uns in Schwierigkeiten helfen und auch nur Gottes Wort hilft wirklich, wenn „guter Rat teuer ist“. Gleichzeitig weist uns Gott offen auf die Folgen der Missachtung dieses Befehls hin: Wer nicht so spricht, für den gibt es kein Morgen (keine Morgenröte). Gott könnte nicht deutlicher werden. Du wirst daran zu Grunde gehen, wenn du Gottes offenbartes Wort nicht ernst nimmst und nicht nach seinem Rat lebst. Im wahrsten Sinn des Wortes gibt es für dich keine Zukunft, kein Morgen mehr.

Du fragst dich vielleicht, was das alles mit uns Christen von heute zu tun hat. Nun, es gibt auch in unseren christlichen Kreisen viele Ratgeber. Hierbei reicht die Spanne vom Bauchgefühl über eigenen Visionen und Strategien hin zu bloßen Spekulationen oder einfach völlig frei erfundenen Dingen. Auch die Welt, vorzugsweise die Psychologie wird um Rat gebeten, sobald Schwierigkeiten auftreten. (Das Ansinnen, die Aussagen der Psychologie aus biblischer Sicht zu bewerten, wird als etwas unpassend und unzeitgemäß weggelächelt).

Gemeinde werden nach Marketingstrategien, Evangelisationen nach Festivalvorbild ausgerichtet. Pragmatismus, der die Wahrheit vernachlässigt und heilbringende Konflikte vermeidet, wird als weise Gemeindeführung betitelt. Das Gottes Wort uns für alle diese Dinge bereits Anweisungen und Hilfen an die Hand gegeben hat, interessiert dabei die wenigsten Menschen, manchmal sogar die wenigsten Christen. Nach Gottes Weisung in seinem Wort zu graben ist unmodern geworden. Man tut was halbwegs funktioniert, ob das dann immer „astrein“ ist, daurauf kommt es nicht wirklich an.

Es ist in höchstem Maße töricht, Gottes Anweisungen zu ignorieren und stattdessen auf andere Ratgeber zu hören. Tust du dies, gibt es für dich, deine Gemeinde, deinen Dienst, deine Leiterschaft, deine Ehe – und alle anderen Dinge die wirklich zählen – kein Morgen. Gottes Wort sagt uns häufig Dinge, die uns ärgern. Das allerdings nicht an Gott, sondern an unseren Fehlern. Auch wenn es häufig weh tut, so ist es doch besser, auf Gottes Weisung zu hören und dabei eine Zukunft zu haben, als Gottes Weisungen zu verachten. Wer letzteres tut, für den gibt es kein Morgen. Doch für jeden, der nach Gottes Weisung und Rat sucht, wird sich die ganze wunderbare Quelle des Wortes Gottes auftun – sowohl heute, als auch morgen.