Andachten

Schöpfungsweisheit und ihr Bezug zu unserem Leben

Der Herr besaß mich im Anfang seines Weges, vor seinen Werken von jeher. Ich war eingesetzt von Ewigkeit her, von Anbeginn, vor den Uranfängen der Erde. Ich war geboren, als die Tiefen noch nicht waren, als noch keine Quellen waren, reich an Wasser. Bevor die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln war ich geboren; als er die Erde und die Fluren noch nicht gemacht hatte, und den Beginn der Schollen des Erdkreises. Als er die Himmel feststellte, war ich da, als er einen Kreis abmaß über der Fläche der Tiefe; als er die Wolken droben befestigte, als er Festigkeit gab den Quellen der Tiefe; als er dem Meer seine Schranke setzte, dass die Wasser seinen Befehl nicht überschritten, als er die Grundfesten der Erde feststellte – da war ich Werkmeister bei ihm und war Tag für Tag [seine] Wonne, vor ihm mich ergötzend allezeit, mich ergötzend auf dem bewohnten Teil seiner Erde; und meine Wonne war bei den Menschenkindern. (Sprüche 8,22-31)

In diesem Abschnitt wird für gewöhnlich eine Personifierung von Christus gesehen. Oftmals werden dabei auch Stellen wie die folgenden damit in Verbindung gebracht:

Aus ihm aber seid ihr in Christus Jesus, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung … (1. Kor 1,30)

Denn durch ihn sind alle [Dinge] geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alle [Dinge] sind durch ihn und für ihn geschaffen. (Kol 1,16)

In welcher Beziehung diese Passage auch zu Christus stehen mag, sie bringt mich ins Staunen darüber, wie unfassbar und übernatürlich diese göttliche Weisheit sein muss und welche Rolle sie in der Schöpfung gespielt haben muss. Naturgewalten wie das Meer und der Wasserkreislauf mit den Wolken, die „Konstruktion“ der Berge und Täler und alle die Dinge der Natur, die wir als schön empfinden – sie deuten alle auf einen intelligenten Macher mit einem Sinn für Ästhetik hin. Dass wir Dinge als schön empfinden, ist ein starker Indiz für die Existenz eines kreativen Schöpfergottes, der uns einen Sinn für die Schönheit seiner Schöpfung geschenkt hat.

Gott hat etwas so Gewaltiges und Herrliches wie den Ozean erschaffen. Wenn wir an einem Strand stehen und aufs Meer hinausblicken, können wir uns nicht vorstellen, wie weit diese Wasser reichen müssen – wie weit bis zur „anderen Seite“, wie tief bis zur tiefsten Stelle und wie breit. Es sind gewaltige Wassermassen. Und sie enden genau da, wo man steht, mit einem Spielraum von ein paar Metern für die Wellen. Gott hat für jeden Ozean eine Grenze gezogen und gesagt: „Bis hierher und nicht weiter.“

Die ganze Natur und ihre Gesetze folgen seiner Weisheit und seinem Willen. Das zeigt uns, dass es auch in unserem persönlichen Leben Gottes Grenzen, seine Regeln und Gesetze, es sind, die am allerbesten funktionieren. Wir funktionieren nach Gottes Design. Wie ein Auto entsprechend der Konstrukteure richtig fährt und wie die Naturgewalten nach den Regeln ihres Schöpfers spielen.

Wenn wir also Gottes Schöpfung – die Natur, die Berge, das Meer, die Flüsse, die Flora und die Fauna – beobachten, dann können wir daran denken, wie unfassbar groß Gottes Weisheit ist und wie das ein wunderbarer Grund ist, diese Weisheit zu vertrauen. Nach seinem Willen zu leben, ergibt schlichtweg Sinn, weil er sich uns erschaffen hat und uns seinen Willen für uns offenbart hat.

Die Sprüche (36/100)