Andachten

Joseph – ein Typus auf Jesus hin (4)

Und Joseph hatte einen Traum und teilte ihn seinen Brüdern mit; und sie haßten ihn noch mehr. Und er sprach zu ihnen: Höret doch diesen Traum, den ich gehabt habe: Siehe, wir banden Garben auf dem Felde, und siehe, meine Garbe richtete sich auf und blieb auch aufrecht stehen; und siehe, eure Garben kamen ringsum und verneigten sich vor meiner Garbe. Da sprachen seine Brüder zu ihm: Solltest du gar König über uns sein, solltest du gar über uns herrschen? Und sie haßten ihn noch mehr um seiner Träume und um seiner Worte willen. Und er hatte noch einen anderen Traum und erzählte ihn seinen Brüdern und sprach: Siehe, noch einen Traum habe ich gehabt, und siehe, die Sonne und der Mond und elf Sterne beugten sich vor mir nieder.
(‭1. Mose‬ ‭37,5-9)

Joseph hatte zwei Träume, die im Grunde beide dasselbe aussagen. Er soll einmal herrschen als König! Und das auch noch über seine eigene Familie. Dieser Gedanke war für Josephs Brüder unvorstellbar und schürte in ihnen noch viel mehr Hass. Der Gedanke, Joseph untergeben zu sein, war für sie unvorstellbar. An dieser Stelle könnte man ja meinen, dass Joseph töricht gehandelt hatte, als er seinen Brüdern und seinem Vater von seinen Träumen erzählte. Er wusste doch, dass seine Brüder ihm schlecht gesonnen waren. Muss er dann noch Salz in die Wunde streuen? Konnte er diese zwei Träume nicht für sich behalten?
Ich möchte diese Frage mit einem Zitat von William MacDonald beantworten: Mancher mag Joseph tadeln, dass er von den Träumen erzählt hat; aber nach den souveränen Plänen Gottes war es notwendig, dass er es tat. Wie anders hätte man sonst sehen können, dass sowohl Josephs als auch Christi Erhöhung von Gott zuvor geplant waren und nicht politischer Zufälligkeit entsprangen?

Bei Jesus war es ziemlich ähnlich. Denn er sagte über sich selber:

Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen in dem Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit Macht und großer Herrlichkeit.
(‭Mat 24,30‬) ‭

Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels.
‭(Mat‬ ‭26,64)

Jesus sagte über sich selber, er als Sohn des Menschen, dass er als siegender Herrscher in Macht und in großer Herrlichkeit auf die Erde zurückkehren wird. Zudem sitzt er fortan zu rechten des Vaters. Jesus prophezeite seine Macht und seine Wiederkunft schon zu Lebzeiten.
Was waren die Folgen dieser Worte? Schläge, Hohn, Spott und letztendlich ein bestialischer Tod am Kreuz auf Golgatha, denn die Menschen glaubten ihm nicht!

Die Folge von Josephs Träumen war, dass seine Brüder ihn noch mehr hassten. Die Folge von Jesu Worten war, dass die Menschen ihn tot sehen wollten. Josephs Brüder wollten Joseph ebenfalls tot sehen, aber dazu später mehr.

Wir dürfen heute folgendes in den Tag mitnehmen. Wir dürfen uns dessen gewiss sein, so wie Josephs Traum wahr wurde und er zum Zweithöchsten in ganz Ägypten wurde, so sind Jesus Worte auch war, dass er zur rechten des Vaters sitzt und er einmal wieder kommen wird, mit Macht und großer Herrlichkeit. Daher abschließend eine Frage: Bei was würde Jesus dich vorfinden, wenn er heute wiederkommt?