Andachten

Joseph – ein Typus auf Jesus hin (5)

Und seine Brüder gingen fort, um die Schafe ihres Vaters bei Sichem zu weiden. (1. Mo 37,12)

Dieser Vers gibt uns einen Einblick, in welch großer Gefahr sich die Brüder von Joseph befanden. Um das etwas besser zu verstehen, müssen wir nochmals zurück gehen und schauen, was in Sichem vorgefallen war.

Da sagte Jakob zu Simeon und Levi: Ihr habt mich ins Unglück gebracht, indem ihr mich stinkend macht bei den Bewohnern des Landes, bei den Kanaanitern und bei den Perisitern. Ich aber bin ein geringes Häuflein. Wenn sie sich gegen mich versammeln, werden sie mich schlagen, und ich werde vernichtet, ich und mein Haus. (1. Mose 37,30)

Dem Ort Sichem ging voraus, dass Dina, die große Schwester der Brüder vergewaltigt wurde. Anschließend wollte der Vergewaltiger – Sichem, der Sohn Hamors – Dina zu Frau haben. Die Brüder von der Dina meinten aber, dass das nur funktionieren kann, wenn sich alles männliche in Sichem beschneiden lassen würde. Dies taten daraufhin alle Männer und während die Männer Sichems von Schmerzen geplagt wehrlos dalagen, kamen Simeon und Levi und töteten alles männliche in diesem Ort.

Das war in kürze die Vorgeschichte. Daraufhin folgt dann dieser oben zitierte Vers, wo Jakob sagt, dass nun alle umliegenden Dörfer in ganz Kanaan und sogar die Perisiter sich gegen ihn versammeln könnten, ihn schlagen und letztendlich ihn und sein ganzes Haus (Haus ist ein Ausdruck für das ganze Hab und Gut von Jakob, also seine Tiere, Familie, Geld etc.) vernichten. Jakob wusste also, dass seine Söhne in Gefahr sein könnten, wenn sie nach Sichem gehen, um dort seine Schafe zu weiden. Jederzeit könnten die umliegenden Dörfer seine Söhne samt seinen Schafen vernichten. Die Brüder waren jederzeit der ständigen Gefahr ausgesetzt, angegriffen zu werden und das alles nur, wegen ihrem sündigen Verhalten an den Männern Sichems.

Diese Gefahrenzone in der die Brüder Josephs sich befinden, erinnert uns doch stark an die Menschheit, mit der es Jesus zu tun hat. Wir Menschen sind nämlich seit dem Sündenfall ebenfalls in Gefahr! Denn nachdem Adam und Eva von dem Baum der Erkenntnis gegessen hatten, zog die Sünde in unser Leben ein. Was ist die Folge dieser Sünde? Jesus sagte es zu Lebzeiten immer wieder – Gericht und Hölle. Das war Jesus Top Thema. 13% von seinen 1870 Versen, die direkte Aussagen Jesu enthalten, sprechen über dieses Thema. In mehr als der Hälfte seiner Gleichnisse spricht Jesus über das Gericht der Sünder. Es gab kein Thema, über das Jesus mehr sprach als das!

Wie sieht diese Gefahr nun konkret aus? Auch das sagte Jesus in aller Deutlichkeit:

  • Verderben (Mt 7,13)
  • Ewige Strafe (Mt 25,46)
  • Verdammnis (Mk 16,16)
  • Qualen und Pein (Lk 16,23-28)
  • Gottes Zorn (Joh 3,36)

Wir können also festhalten, so wie die Brüder selber Schuld an ihrer Gefahrenzone waren, so sind wir Menschen Schuld für unsere Gefahrenzone. Jeder Mensch der auch nur einmal gesündigt hat (was sowieso gar nicht möglich ist, da wir jeden Tag mannigfaltig sündigen), hat laut Jakobus 2,8 das ganze Gesetz gebrochen und somit ist er schuldig vor Gott und wird von ihm dafür zur Rechenschaft gezogen. 

Aus dieser Parallele dürfen wir folgendes festhalten. Erstens, wenn du kein Kind Gottes bist, dann sei dir bewusst, dass du in Gefahr bist. Du bist nämlich in Gefahr, auf ewig verderbt, bestraft, verdammt und gequält zu werden, wegen deines Ungehorsams gegen Gott. Zweitens, wenn du ein Kind Gottes bist, dann darfst du nochmals neu ihm dafür Danken, dass ER dich aus dieser Gefahrenzone befreit hat. Wie diese wunderbare Befreiung aussah, werden wir noch in den nächsten Parallelen sehen.