Andachten

Randfiguren der Bibel – Pinhas (11/20)

Und als der Priester Pinhas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, das sah, stand er aus der Mitte der Gemeinde auf und nahm einen Speer in seine Hand;
und er ging dem israelitischen Mann nach in das Innere des Zeltes und durchbohrte die beiden, den israelitischen Mann und die Frau, durch ihren Unterleib. Da wurde die Plage von den Söhnen Israel zurückgehalten. (4. Mose 24,7-8)
Noch bevor Gott sein Volk aus Ägypten heraus führte, machte er dem Volk eine klare Ansage:
Und ich will euch mir zum Volk annehmen und will euer Gott sein. Und ihr sollt erkennen, dass ich der HERR, euer Gott, bin, der euch herausführt unter den Lastarbeiten der Ägypter hinweg. (2. Mose 6,7)
Die Aussage, dass Gott der Gott seines Volkes sein will, wird im Pentateuch um die fünfzig mal erwähnt.
Doch genau gegen diese Absicht Gottes verstieß das Volk Israel! Sie kamen in Richtung des Ostjordans uns begegneten den Moabitern, mit denen die Israeluten Unzucht trieben und sich nicht nur sexuell versündigten, sondern auch geneigt waren, deren Götter anzubeten.
Sie hatten somit keine Schwierigkeit damit, neben dem einzig wahren Gott, der sie befreite, noch andere Götzen laufen zu haben.
Pinhas jedoch, der noch relativ jung war und als Enkel des Priester Aarons in der Hierarchie der Leviten stand, erhob sich als erster Mann gegen den damalig ersten Versuch des Synkretismus.
Er spießte beim Akt der praktizierten Unzucht den Israeliten Simri und die Moabiterin Kosbi mit einem Stoß durch ihre Leiber in den Boden.
Was zeichnet diesen Pinhas aus, dessen Name aus der ägyptischen Tradition stammt und soviel wie „der Farbige“ bedeutet?
Er geht als Eiferer für den Herrn in die Geschichte ein! Gott, der ein eifersüchtiger Gott ist, anerkannte diese Tat und beließ es bei den durch eine Plage 24.000 getöteten Israeliten. Wer weiß, bis wohin Gottes gerechter Zorn und seine Heiligkeit gewütet hätten!
Pinhas ist uns darin ein treues Vorbild, der es tunlichst zu vermeiden gedachte, andere Götter auch nur ansatzweise inmitten des Volkes erstehen zu lassen. Er bekämpfte die Gefahr des Synkretismus und des religiösen Pluralismus bereits im Keim und ließ nicht zu, dass sich andere Gottesbilder der fremden Völker breit machten.
Du du sollst keine anderen Götter haben neben mir! So beginnt Gott seine zehn Gebote in 2. Mose 20.
Dieser Grundsatz ist bis heute nicht verhandelbar und bleibt völlig erhalten.
Sicherlich käme keiner auf die Idee es einem Pinhas gleich zu tun – und dennoch sehen wir an Gottes Reaktion auf sein Handeln den Segen der Heilung für Israel.
Auch wir stehen als Teilhaber eines königlichen Priestertums (1. Pet 2,9) in der Verantwortung unsren Glauben zu verteidigen. Hierbei gibt es keinen Spielraum Inhalte zu schmälern oder der Verhandlung preiszugeben.
Möge der Herr uns Freude und Ausdauer geben, unseren Glauben und das Werk das an uns getan wurde, freimütig zu proklamieren.