Andachten

Die Geschichte der Liebe (5/6)

Eine wichtige Frage, die wir uns unbedingt noch stellen müssen, wenn wir uns mit der Liebe Gottes beschäftigen, lautet: Wie liebt Gott eigentlich?

Und zunächst können wir festhalten, dass Gott fürsorglich liebt. Gott sorgt tatsächlich für alle Menschen. Er erweist seine Liebe dadurch, dass er jedermann am Leben erhält. Jesus sagt: Gott „lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“ (Mt 5,45-48). Wir überlesen diese Verse viel zu schnell und denken nicht über die Tragweite der Liebe Gottes nach, die hier zum Ausdruck gebracht wird. Gott sorgt für kleine Würmer, die nichts weiter verdient hätten, als in das ewige Höllenfeuer befördert zu werden – denn nichts anderes sind wir rebellischen Menschen. Gott hat für einen Hitler gesorgt, er hat für einen Stalin gesorgt und er erhält tatsächlich jeden der IS-Leute am Leben, indem er ihnen seine Luft zum Atmen gibt und deren Moleküle beieinander hält, damit diese existieren können. Solch eine Gnade will uns nicht recht einleuchten und auch teilweise nicht recht gefallen. Und doch tut Gott das. Zu solche Liebe sind wir nicht fähig.

Gott liebt aber auch selbstaufopfernd. Dies wird vorausschauend im Alten Testament sehr deutlich (Abraham und die Opferung von Isaak, die levitischen Opfer usw.). All diese Bilder weisen voraus auf die kostbarste Liebe, die das Universum je gesehen hat, und belehren uns darüber. Am Kreuz vor den Toren Jerusalems goss Gott seinen gerechten und heiligen Zorn über den Sohn aus, den er von Ewigkeit her liebte. Christus selbst wurde das Lamm, das Opfer für unsere Sünden und schlürfte an unserer Statt den bitteren Kelch des Zorns restlos auf. Warum handelte Gott so? Er tat dies für seine Feinde! Er tat dies für Menschen, die ihn hassen, die nichts für ihn und seine heiligen Gebote übrig haben, für Sünder wie Dich und Mich.

Diese Liebe können wir uns nicht verdienen. Sie kann nicht durch gute Taten oder Gedanken, durch zahlreiche Sündenbekenntnisse oder Bekehrungen, auch nicht durch regelmäßige Gemeindebesuche oder viele Gebete erworben werden. Diese Liebe kann Gott uns nur freiwillig schenken. Gott liebt Sünder! Es herrscht immer wieder unter manchen Menschen die Meinung vor, Gott würde die Augen vor unseren Sünden zudrücken und sie unter den Teppich kehren. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt oder des Gottes unwürdiger sein, der für seine Liebe zu Sündern den unendlich kostbaren Preis zahlte, dass sein Sohn sein Blut vergoss. „Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, das wirksam wird durch den Glauben an sein Blut“ (Röm 3,25a).

Und schließlich sehen wir, dass Gott vollkommen liebt. Gott wird in der Bibel als vollkommener Vater beschrieben, der uns aus Liebe in Christus angenommen hat und uns daraufhin als seine Kinder genau so liebt, wie wir es nötig haben. Im Laufe dieses Prozesses macht seine Liebe seine Kinder vollkommen. Johannes drückt es folgendermaßen aus: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht. Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist.“ (1. Joh 3,1-3).

Gottes Liebe zu uns verwandelt uns, damit wir Christus ähnlich werden. Und diese vollkommene Liebe zu uns misst sich nicht daran, wie gut er unsere Lebensplanung zustande kommen lässt. Auch wenn nicht immer alles glatt läuft in unserem Leben, so ist seine Liebe zu uns dennoch vollkommen. Und diese vollkommene Liebe erkennen wir in seinem Ziel für unser Leben und das besteht in nichts weniger als wie der Sohn zu sein, den er liebt.

Gott liebt fürsorglich, selbstaufopfernd und vollkommen. Ist das nicht etwas, wofür wir Gott heute preisen dürfen?