Andachten

Randfiguren der Bibel – Jabez (12/20)

Und Jabez war angesehener als seine Brüder; zwar hatte seine Mutter ihm den Namen Jabez gegeben, denn sie sagte: Mit Schmerzen habe ich ihn geboren Aber Jabez hatte den Gott Israels angerufen und gesagt: Dass du mich doch segnen und mein Gebiet erweitern mögest und deine Hand mit mir sei und du das Übel von mir fern hieltest, dass kein Schmerz mich treffe! Und Gott ließ kommen, was er erbeten hatte. (1. Chr 4,9-10)

Mitten in einer Reihe von Geschlechtsregister tauchen Namen auf, die man beim flüchtigen Lesen schnell überliest. Einer von diesen ist Jabez. Wir wissen nichts weiteres über diesen Mann, außer was uns diese beiden Verse über ihn berichten.

Zwei Umstände möchten wir uns anschauen, welche uns Gottes Wort über ihn mitteilt. Zum einen seine Herkunft und Stellung, zum anderen den Inhalt seines Gebets.
Herkunft und Stellung des Jabez
Jabez bedeutet Schmerz. Dies hat seine Mutter bewusst so ausgesucht, da die Gegebenheiten um seine Geburt dementsprechend waren. Wie es auch gewesen war, Jabez hatte wohl mehrere Geschwister und erntete wohlwollende Anerkennung. Mehr als alle anderen war er angesehen! Was für ein Genuss und Bürde zugleich. Es tut gut anerkannt und geschätzt zu sein, obwohl dies zu Überheblichkeit führen kann. Wie wäre es wohl bei dir und mir gewesen, wenn wir über andere hinweg angesehener wären? Es machte ihn jedoch nicht stolz oder herrscherisch, sondern führte ihn in ein Gebet, welches uns der Schreiber des Chronikbuches mitteilte.
Das Gebet des Jabez
Gleich vier Merkmale sind in Jabez‘ Gebet zu betrachten:
1. Bitte um Segen
Auf den ersten Blick mag es sonderlich aussehen, dass jemand besonders um seine eigene Segnung bittet. Als gläubiger Israelit dachte man hierbei in erster Linie an Ernte und Ertrag. Doch auch wir können von Jabez hier lernen. In Eph 1,3 sagt uns Paulus, dass wir mit jeder geistlichen Gabe Gottes gesegnet worden sind. Wir bedürfen nicht der irdischen Bestätigung durch Gottes Segen, sondern können getrost unseren Herrn anrufen und ihn bitten: Herr, zeige mir doch auf, mit welchen himmlischen Segnungen du mich gesegnet hast!
Lasst uns nicht scheu sein Gott zu bitten! In Jakobus 4,3 wird uns gesagt, dass wir aus einem ganz einfachen Grund nicht haben: Wir bitten nicht!
2. Bitte um Gebietserweiterung
Jabez dachte den Segen Gottes weiter und bat konkret um mehr Land und Besitz. Womöglich denken wir: Wie kann man nur so egoistisch an sich denken! Doch beachten wir: Jabez war anerkannt! Mehr als andere um ihn herum! Ein solches Denken betraf ihn somit nicht, da Jabez geschätzt war und man gerne seinen Dunstkreis wahrnahm.
Auch wir können um eine Gebietserweiterung bitten. Wie wäre es mal mit der Bitte unseres segensreichen Einflusses auf andere Menschen? Wie wäre es, wenn wir Gott drum bitten würde, unseren Horizont der Erkenntnis zu erweitern? Oder unsere gottgeführte Wirksamkeit in dem Gebiet, wo er uns hingestellt hat? Jabez‘ Bitte der Erweiterung seines Gebietes gefielt Gott, indem Er es so geschehen ließe wie er bat!
3. Bitte um Begleitung
Jabez wusste, dass er ohne Gott unfähig ist. Dies mag die Unfähigkeit betreffs wirtschaftlicher Erfolge sein oder das Geschick in den alltäglichen Handlungen. Ebenso wird sich Jabez bewusst gewesen sein, dass er Gottes Hand in den alltäglichen Beziehungen benötigt oder den Entscheidungen, die stets anstehen.
Jabez ist uns ein Vorbild darin, trotz Anerkennung und Erfolg, sich dem hinzugeben und dort zu erbeten, woher aller Segen kommt: Aus der Hand des Herrn!
4. Bitte um Bewahrung
Abschließend war sich Jabez bewusst, dass er Feinde und Neider hatte. Diesen ist er gegenüber einfach nicht gewachsen. Auch hierin sucht er Gott auf und bittet wie es die Psalmisten häufig taten, um den Schutz des Höchsten.
Satan schießt auch heute noch seine Brandpfeile der Versuchung und der Einschüchterung auf uns ab. Im Bewusstsein, dass wir den geistlichen Schutz Gottes erhalten haben, mögen wir uns doch im Gebet immer wieder von Gott Seine Zusicherung der Bewahrung fest vor Augen führen!

Jabez, ein Mann der seiner Mutter Schmerzen bereitete, bereitet uns ein einfaches und schönes Muster eines Gebetes, welches Gott erhörte.