Andachten

Welchem Herrn dienst du?

„Die Lampe des Leibes ist das Auge; wenn nun dein Auge klar ist, so wird dein ganzer Leib licht sein; wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß die Finsternis! Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Matthäus 6,22-24)

Letzte Woche wurden wir von Jesus aufgefordert unsere Schätze, die wir zu Lebzeiten sammeln, zu überprüfen. Wie lange sind sie haltbar? Können sie uns gestohlen werden oder werden wir sie bei unserem Tod hier auf dieser Erde zurücklassen müssen? Welches sind deine und meine Schätze? Und Jesus macht seinen Jüngern klar, dass es sehr wichtig ist, diese Fragen zu beantworten, weil unser Herz dort ist, wo unsere Schätze liegen. Weil unser ganzes Leben auf das Sammeln dieser Schätze ausgerichtet sein wird.

Um diese Abhängigkeit von unserem Lebenswandel und der Art der Schätze zu verdeutlichen, benutzt Jesus nun einen Vergleich, der uns sehr gut diesen Zusammenhang aufzeigt. So wie das Herz die Schaltzentrale unseres Lebens ist und somit unseren Lebenswandel vorgibt, so ist auch das Auge dafür verantwortlich, dass wir uns mit unserem Körper ungehindert bewegen können. Das Auge zeigt der Hand wo der gesuchte Gegenstand zum Greifen ist und dem Fuß den Weg, den er zu wählen hat. Wenn das Auge aber nicht richtig oder gar nicht mehr funktioniert, so entstehen große Probleme für den ganzen Körper, sodass man wortwörtlich im Dunkeln tappt. Man wird weder Hindernisse auf dem Weg erkennen, noch Gefahren ausweichen können, die einem begegnen.
Wir können also festhalten, dass unser inneres Auge, wenn es klar ist, also keine Einschränkungen hat und einseitig auf die Schätze des Himmel ausgerichtet ist, unserem ganzen Leben zugute kommen wird. Wir werden die Gemeinschaft mit Gott, im Gebet und im Studieren seines Wortes, suchen. Wir werden ein Anliegen dafür haben, auch unseren Bekannten und Verwandten, die keine Beziehung mit Gott haben, von ihm zu erzählen. Und nicht zuletzt wird auch unser Umgang mit den weltlichen Dingen dahingehend verändert werden, dass wir lernen sie mehr und mehr loszulassen und uns alleine auf Christus zu verlassen.

Dieses sehr ernste Thema fasst Jesus nun in dem letzten Vers zusammen, der es wirklich in sich hat, da Jesus nur diese zwei Möglichkeiten für einen Menschen offen lässt, dass er entweder […] den einen [Herrn] hassen und den anderen lieben [wird], oder er einem anhängen und den anderen verachten [wird]. Und hier beschreibt Jesus nicht das Arbeitsverhältnis, wie wir es vielleicht kennen, bei dem ein Angestellter für zwei oder mehr Arbeitgeber tätig ist, sondern das, eines Sklaven und seines Herrn. Dieser Sklave gehört nur einem Herrn und wird nur diesem Herrn dienen und keinem anderen. Genauso wird es dir unmöglich sein Jesus und gleichzeitig andere Dinge, auf die du dein Vertrauen setzt, zu lieben. An einer anderen Stelle heißt es, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist (Jak 4,4).
Jesus möchte, dass wir allein für ihn leben, dass wir zu 100% ihm ergeben sind. Die Gesellschaft und das ganze Umfeld, in dem wir heute leben, tut alles um die „Flexibilität“ so attraktiv wie möglich zu gestalten. Niemand will sich mehr auf irgendetwas festlegen lassen, egal ob in Beziehungen, die möglichst ohne Verpflichtung, also ohne Ehe zwischen einem Mann und einer Frau geführt werden oder bei abgegeben Versprechen, die man so wage wie möglich formuliert, um sich noch so viele Optionen wie möglich offen zu lassen. Doch Gott richtet sich nicht nach den Maßstäben dieser Welt!

Wenn man eine Überschrift über das Leben des Missionaren Jim Elliot setzten müsste, so wäre es wahrscheinlich sein Zitat: Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, damit er gewinnt, was er nicht verlieren kann.
Bitten wir Gott um Vergebung, wenn wir erkannt haben, dass wir ihm nicht mit letzter Konsequenz dienen aber lasst uns auch für ein Herz beten, das nach den himmlischen Schätzen strebt, die niemals vergehen werden.