Andachten

Die Geschichte der Liebe (6/6)

Um die „Geschichte der Liebe“ zu einem Abschluss zu bringen, möchten wir uns nun noch die Frage stellen: „Warum liebt Gott“? Was bewegt Gott dazu, uns Menschen zu lieben und dann auch noch so außergewöhnlich. Die Antwort auf diese Frage ist zwar nicht schwer zu finden, doch dürfte sie etwas überraschend sein. Die Antwort hat nämlich letzten Endes herzlich wenig mit uns selbst zu tun.

Und zwar lautet die Antwort: „Weil es Gott gefiel zu lieben“. Gott wollte schlicht und ergreifend lieben und deshalb liebte/liebt er. Wir sehen das beispielsweise in Römer 9,11-13: „Denn als die Kinder noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten – damit der nach freier Auswahl gefasste Vorsatz Gottes bestehen bliebe, nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Berufenden – wurde zu ihr [Rebekka] gesagt: „Der Ältere wird dem Jüngeren dienen“; wie geschrieben stet: „Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst.“

Nun, wie beantwortet der Bibeltext unsere Frage, nämlich „Warum liebt Gott“? Die Antwort ist leicht zu verstehen und doch zugleich so schwer zu „schlucken“. Gott liebte Jakob nicht weil er in ihm irgendetwas Liebenswürdiges oder Anziehendes vorhergesehen hätte. Ebenso ist auch an uns nichts, das Gottes Liebe erlocken oder erzwingen könnte. Gott liebt uns, sein Volk, schlicht und einfach deshalb, weil es ihm so gefällt.

 

Was also meint die Bibel mit den Worten „Gott ist Liebe“? Um dies beantworten zu können, müssen wir die biblische Liebesgeschichte verstehen. Und in den letzten Wochen haben wir uns diese Geschichte angeschaut und entdeckt, dass es einem heiligen Gott gefiel, ein unheiliges Volk zu lieben – um den unschätzbar hohen Preis, dass sein Sohn, den er von Ewigkeit her liebe, sein Leben gab. Er tat dies, um nicht liebenswerte Menschen in eine strahlend schöne Braut für diesen Sohn zu verwandeln. Ist das nicht eine atemberaubende Liebe? Sollte sie uns nicht wortwörtlich den Atem rauben, sodass wir nach Luft hecheln müssen, weil wir aus dem Staunen über diese Liebe nicht herauskommen?

Erkennst du die Stärke dieser Liebe? Stell dir vor, Gott würde dich lediglich deswegen lieben, weil du gewisse Kriterien erfüllst. Wie könntest du dir je sicher sein, dass du diese Kriterien bis zu deinem Lebensende auch beibehältst? Doch weil Gott freiwillig diese Liebe zu dir und mir eingegangen ist, darfst du sicher wissen, dass er diese Liebe auch in alle Ewigkeit aufrechterhalten wird. Er ändert seinen Willen nicht. Er wird niemals sagen: Jetzt liebe ich dich nicht mehr, denn du hast … das und das gemacht. Weil diese Liebe an gar keine Bedingungen von unserer Seite aus geknüpft ist, darfst du dir absolut sicher sein, dass Gott dich auch weiterhin unermesslich lieben wird.

Wenn du ein Christ bist, dann bist du geliebt. Setze nicht am falschen Ende an und frage dich nicht: „Ja Moment mal, wenn das so ist und Gott einfach manche erwählt und manche nicht, dann können manche nichts dafür, dass sie nicht erwählt sind, dann müssen wir auch nicht mehr evangelisieren, weil Gott sowieso liebt, wen er will usw….“ Das wäre am falschen Ende angesetzt. Erkenne schlicht an: Gott liebt mich, nicht weil ich irgendwie besser bin als andere, sondern aus freier Liebe zu mir. Es ist ein Geheimnis, wie das alles mit der Verantwortung des Menschen zusammenpasst. Aber lasse das so stehen und preise Gott dafür, dass er dich zu seiner Gemeinde, seiner Braut, die er ewig vollkommen lieben wird, erwählt hat und erfreue dich an dieser unsäglich schönen Liebe. Wenn du ein Christ bist, gilt: Du bist geliebt von Gott; er hat dich erwählt; weil Gott Liebe ist.

Amen.