Andachten

Hat ein Christ Grund zur Sorge?

„Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Seht hin auf die Vögel des Himmels, dass sie weder säen noch ernten noch in Scheunen sammeln, und eurer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie? Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen? […] So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag! Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug.“ (Matthäus 6,25-34)

Ein Thema, mit dem sich jeder Mensch egal welchen Alters, Herkunft oder Bevölkerungsschicht er angehört, herumschlagen muss, sind die Sorgen des Lebens. Man kann sich vor ihnen scheinbar nicht verstecken oder vor ihnen davonlaufen. Egal wo man auf dieser Erde mit Menschen redet, Sorgen gehören zum Leben, wie Essen und Trinken. Jesus kennt uns Menschen und er weis auch, dass diejenigen, die er zu seinen Kindern gemacht hat, nicht plötzlich aufhören werden sich zu sorgen. Deshalb fordert er uns gleich zu Beginn auf, dass wir uns nicht sorgen sollen (V. 25) und greift mit dem Wort deshalb das Argument aus Vers 24 auf, in dem er uns klargemacht hat, dass wir Gott gehören und dass er unser Herr ist.

Jesus gibt uns aber noch mehr Argumente dafür, dass wir uns nicht sorgen sollen, indem er eine rhetorische Frage am Ende von Vers 25 stellt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Jesus sagt hier, dass Gott, der uns Leben und einen Leib gegeben hat, uns auch Speise geben wird, um unser Leben zu erhalten und Kleider, um unseren Leib zu bekleiden. Da Gott das Schwierigere geschafft hat, nämlich uns Leben und einen Leib zu geben, wird er mit den leichteren Dingen, in Form von Nahrung und Kleidung, doch nicht plötzlich Probleme kriegen? Man könnte es mit dem Beispiel verdeutlichen, dass ein Auto, das 200 km/h schnell fährt, doch wohl mit Leichtigkeit auch 100 km/h schnell fahren kann. Gott macht keine halben Sachen, er fängt nichts an, ohne es nicht auch auszuführen! Das darf für uns eine große Ermutigung in den verschiedenen Lebensumständen sein.

Doch weil Jesus wusste, wie schwer wir uns tun, ihm gerade in dieser Hinsicht zu vertrauen, führt er in den folgenden Versen mehrere Beispiele aus dem Alltag an, um seine Behauptung zu untermauern. Es sind Beweise, dass Gott zu seinem Wort steht!
Die Vögel sorgen sich nicht um ihre Nahrung und werden doch von Gott versorgt und ebenso sorgen sich die Lilien im Feld auch nicht um ihr Aussehen und doch hat Gott diese Blumen, die eine sehr kurze Lebenserwartung haben, schöner gekleidet, als sich der König Salomo mit all seinem Reichtum anziehen konnte. Und müssen wir nicht bejahen, dass kein Mensch in der Lage ist, durch sein Sorgen, sein Leben zu verlängern?

Aber was ist mit den Christen, die verfolgt werden, die in Gefängnissen sitzen und weder genug zu essen noch Kleidung zum Anziehen haben? Warum scheint Gott hier nicht in der Lage zu sein, seine Kinder in Not zu versorgen? Ich denke, dass es wichtig ist zu sehen, dass Gott hier nicht verspricht, dass er uns all das geben wird, was wir wollen oder das, was wir meinen zu brauchen, sondern das, wovon er überzeugt ist, dass wir es nötig haben. Unser himmlischer Vater weiß genau, was wir brauchen und wird es uns geben, wenn er davon überzeugt ist, dass es gut für uns ist. Oft verstehen wir erst nach einiger Zeit, warum wir durch Herausforderungen gehen mussten, die uns dazu gebracht haben, dass wir uns sorgen. Aber selbst, wenn Gott uns nicht diese Gnade zuteil werden lässt, dürfen wir dennoch von seiner guten Absicht in allen Führungen überzeugt sein, weil er es verheißen hat (Röm 8,28).

Was können wir also tun, wenn wir merken, dass Sorgen unser Herz und Denken erfüllen wollen? Wie können oder wie sollen wir ihnen begegnen?
Zunächst können wir uns an unseren Vater im Himmel wenden und ihn bitten, dass er uns die Sorgen wegnimmt und uns Vertrauen in seine Allmacht aber auch Allwissenheit schenkt, die uns nur das geben wird, was wir brauchen. Wir dürfen ihn bitten, dass er uns hilft, an seine Versprechen zu glauben auch dann, wenn wir den Sinn hinter den Führungen Gottes nicht verstehen. Aber wir können auch in gewisser Hinsicht Vorsorge gegen das Sorgen treffen, indem wir Jesu Rat aus dem Vers 33 befolgen und zu Herzen nehmen:
Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden.