Andachten

Glaube und Leid, zwei Geschenke Gottes

Denn euch ist es im Blick auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, da ihr den denselben Kampf habt, wie ihr ihn an mir gesehen habt und jetzt von mir hört.
Philipper 1,29.30

Immer wieder stößt man in der Bibel auf Stellen, die zwei oder mehr Themen zusammenbringen, die wir gewöhnlich nicht miteinander verbinden würden. Auch unser heutiger Abschnitt gehört dazu. Der Philipperbrief ist zwar allgemein als Brief der Freude bekannt, doch gräbt man tiefer, so sieht man die schweren Umstände, unter denen die Philipper zu leiden hatten. Die häufigen Aufforderungen sich zu freuen zeigen uns, dass Freude nicht gerade die natürlichste Reaktion auf diese Umstände der Gemeinde war.

Nun setzt jedoch Paulus an und erklärt den Heiligen in Philippi einen tiefgründigen Zusammenhang: Sowohl euer Glaube, als auch das Leiden für Christus sind ein Geschenk. Selbstverständlich war dieser Glaube nicht das Geschenk des Paulus und auch kein Geschenk, dass man „sich selbst macht“, wie manche Leute das zu Festzeiten tun. Der Glaube ist ein Geschenk der reinen Gnade Gottes an die Seinen. Wir dürfen uns gemeinsam freuen, dass Gott uns durch dieses Geschenk befähigt hat, an ihn zu glauben. Doch bei aller Freude darüber, mischt Paulus nun eine Aussage, die uns seltsam vorkommt. Für Christus zu leiden ist „Teil des Pakets“.

Während die meisten von uns mit dem ersten Teil kaum Mühe haben, haben wir mit dem ungeliebten Teil II häufiger Probleme. Dabei entspringt sowohl unser Glaube und damit unser Heil, dass aus Gnade durch Glauben an Christus kommt, als auch das Leid für Christus derselben Gnade Gottes. Gott beschenkt uns mit Leid, so wie er uns den rettenden Glauben schenkte.

Paulus fordert die Philipper auf, seinem Beispiel zu folgen und sich über den Glauben ebenso zu freuen, wie im Leid. Der Glaube, der in den Gläubigen wirkt, hilft ihnen, standhaft und fest zu bleiben und sich nicht erschrecken zu lassen, durch das Leid, das ihnen begegnet (1,27.28). Dieses Phänomen des standhaften Leidens für Christus ist der Beweis des Heils, das Gott uns geschenkt hat. Dadurch, dass der Gläubige durchs Leid getragen wird und ausharren lernt, weiß er, dass Gottes Heil real ist. Glaube und Leid kommen im gleichen „Paket“. Der erste Teil wirkt das Heil und der zweite Teil erweist die Echtheit des Heils.

Beide Elemente sind so nötig für uns, sodass Paulus keinen Unterschied darin macht, dass beide Dinge Geschenke unseres Gottes für uns sind. Danken wir Gott heute für beides: das Geschenk unseres Glaubens und das Geschenk, dass dieser sich in Leiden echt erweisen wird. Auch in schweren Zeiten dürfen wir uns freuen und wissen: Leiden um Jesu willen ist ein Geschenk Gottes, das schon jetzt damit beginnt uns passend zu machen für eine Ewigkeit bei ihm.